Linken-Kritik am Land lässt Stadtchefin vom Kolk-Sanieren reden

Freibad-Stütze in Bismark: „Mehr geht immer“

Der Kolk hatte in jüngerer Zeit immer wieder einmal mit niedrigem Wasserstand zu kämpfen. Schuld sollen nicht zuletzt die ungewöhnlich langen Trockenperioden sein.
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Der Kolk hatte in jüngerer Zeit immer wieder einmal mit niedrigem Wasserstand zu kämpfen. Schuld sollen nicht zuletzt die ungewöhnlich langen Trockenperioden sein.

Bismark – Einen Investitionsstau, wie ihn die Landes-Linke für ganz Sachsen-Anhalt sieht, erkennt Bismarks Bürgermeisterin zumindest für die beiden Freibäder der Einheitsgemeinde nicht. Auch sei zwischenzeitlich wieder einiges passiert. „Die Angaben stimmen bedingt."

Bei einer Abfrage über den Städte- und Gemeindebund im vergangenen Jahr habe das Rathaus einen Bedarf von 500 000 bis 750 000 Euro angegeben.

Dies sei grob geschätzt gewesen. In das Waldbad in Möllenbeck flossen bereits 300 000 Euro. Und für Bismark heißt es tatsächlich: „Im Kolk besteht Bedarf bei der Treppe. “ Und ja, auch eine „Grundsanierung des Badegewässers im Ganzen“ gehöre durchaus auf einen nächsten Aufgabenzettel.

Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin.

Seit dem Jahr 2000 sei landesweit jedes fünfte Schwimmbad geschlossen worden, rechnet Linken-Landtagsmitglied Wulf Gallert vor. Der Städte- und Gemeindebund habe bereits 2019 einen Sanierungsstau von 40 Millionen Euro gegenüber dem Land deutlich gemacht. Für die Freibäder in Bismark und Möllenbeck nennt der Genosse zusammen 750 000 Euro. „Viele Kommunen sind nicht mehr in der Lage, die anfallenden Sanierungen durchzuführen und die laufenden Betriebskosten für ihre Bäder zu bezahlen.“ Allein schon die Gemeinden des Landkreises Stendal hätten bei der Erhebung des kommunalen Spitzenverbandes einen Bedarf von insgesamt 4,4 Millionen Euro angezeigt.

„Mehr geht immer“, weiß auch CDU-Frau Schwarz. Dass ein Freibad bei all den finanziellen Herausforderungen der Kommunen keine Selbstverständlichkeit sei, betont sie regelmäßig. Das Waldbad in Möllenbeck und der Kolk, eine frühere Tongrube, könnten sich dieser Tage sehen lassen. „Das zeigen auch die Besucherzahlen der letzten Jahre, in denen Corona keine Rolle spielte.“ Um die 10 000 Gäste werden jeweils jährlich gezählt. „Die Einheitsgemeinde hat sehr viel in den Erhalt und den Ausbau der beiden Bäder investiert.“ In Möllenbeck wurden 2020 nicht zuletzt das große Schwimmbecken und der Eingangsbereich erneuert, gerade noch rechtzeitig zum Start in die Badesaison Anfang Juni.

Gallert will aufs große Ganze blicken und fordert: „Das Land darf die Kommunen nicht länger im Regen stehen lassen.“ Seine Fraktion im Landtag fordere bereits seit 2019 den Aufbau eines Schwimmbadfonds. Dort sollten jährlich fünf Millionen Euro eingestellt werden. „Diese Forderung ist auch 2020 noch aktuell und muss in der Landesregierung endlich Gehör finden, damit unsere Kinder auch künftig in den Sommermonaten unbeschwert das kühle Nass in ihrer Region aufsuchen können.“ Den größten Investitionsbedarf des Landkreises hat Gallerts Übersicht zufolge mit circa eineinhalb Millionen Euro die Einheitsgemeinde Tangerhütte, die ein Freibad in der Kernstadt und eines in Lüderitz unterhält.

Am Kolk wurde in der jüngeren Vergangenheit über das europäische Förderprogramm Leader die Außenanlage neu gestaltet. Schwarz nennt auch den Eingangsbereich und den Kiosk, die erneuert worden seien. Die Umkleide und die Sanitäranlagen seien aufgewertet worden. Und der Caravan-Stellplatz wurde geschaffen. Wie viel Geld genau in das Bismarker Freibad gesteckt wurde, kann die Bürgermeisterin nicht sagen. Schon zuletzt war immer einmal die Rede von einem erheblichen Betrag. Wichtig sei: „Dass wir weiter in der Lage sind, die Bäder zu unterhalten und sich Einwohner und Gäste wohlfühlen.“ Und natürlich: „Dass es uns gelingt, jedes Jahr Schwimmmeister vorzuhalten.“ VON MARCO HERTZFELD 

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