„Brandgefährliche Ecke“

Forstexperten sehen keine Waldbrand-Tendenz wie 2018

Waldbrände in der Türkei
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Waldbrände sind aktuell immer wieder Thema. Forstexperten aus der Altmark sehen die Wahrscheinlichkeit für Ausbrüche vor Ort in diesem Jahr allerdings niedriger im Vergleich zu 2018.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Von der höchsten Stufe 5 im Juni ist die Waldbrandgefahr inzwischen wieder auf die Stufe 3 gesunken. Brände auf Feldern, die auf die angrenzenden Wälder überspringen könnten, wie Mitte Juli bei Döllnitz kommen immer häufiger vor. 

Bismark - Dennoch sehen Forstexperten aus der Altmark im AZ-Gespräch die Gefahr in diesem Jahr für Waldbrände nicht so hoch.

„Die Tendenz wie in 2018 gibt es in diesem Jahr nicht“, stellt Ralf-Egbert Bauditz klar. Vor drei Jahren sei 90 Tage lang die Waldbrandstufe 4 oder 5 ausgerufen gewesen. Der größte Waldbrand in der Umgebung ereignete sich 2018 zwischen Döllnitz und Poritz. Sieben Hektar Wald brannten damals nieder. Außerdem gab es noch weitere kleine Brände bei Poritz und bei Kläden sprang ein Feuer von einer Strohpresse auf den Wald über.

„Das ist eine brandgefährliche Ecke“, schätzt Katja Döge, Forstamtsleiterin Nordöstliche Altmark, das Gebiet ein. Umso wichtiger sei eine aktuelle Berichterstattung, um die Landwirte auf dem Laufenden zu halten, welche Regeln einzuhalten seien. „Inzwischen werden Brände relativ zügig entdeckt“, sagt Döge und Ingo Matthias, Revierförster für Stendal, kann ihr nur zustimmen: „Die Feuerwehren stellen sich immer besser auf.“

Für Feld- und Waldbrände gibt es unterschiedliche Ursachen, Matthias sieht aber vor allem einen Herd: „Ein großer Teil sind Menschen-Fehler.“ Laut Döge zeigt die Statistik, dass das Thema Blitze immer mehr zunehme. „Das haben wir jedes Jahr, das glaubt man gar nicht.“

Ein Brand bedeute immer eine Störung für den Wald. „Anderswo gibt es Verjüngungsprozesse, wo sie es brennen lassen. Das gibt es bei uns nicht.“ Ein Waldbrand könne aber auch bei uns eine neue Vielfalt bieten. „Es ist ein Prozess von Werden und Vergehen“, erklärt Döge. Für die Waldbesitzer bedeute ein Brand vor allem einen wirtschaftlichen Verlust. „Brandholz zu vermarkten ist fast unmöglich. Aber die Wiederbegrünung funktioniert.“

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