Bürgermeister kritisiert die Vergabepraxis

Fördertöpfe bleiben ohne Bestnote: Grieben eine von drei Schulen

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Die Grundschule in der Tangerhütter Ortschaft präsentiert sich von außen schon ziemlich farbenfroh. Das Gebäude aus realsozialistischen Zeiten wird in mehreren Etappen weiter modernisiert.

Grieben – „Kommunen müssen grundsätzlich besser mit Finanzmitteln ausgestattet werden. “ Davon ist Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) fest überzeugt. Die Förderprogramme für Sanierungen sollten sich am Bedarf der Träger bemessen.

Seine eigene Einheitsgemeinde beispielsweise sei für drei Grundschulen verantwortlich, Grieben, Lüderitz und Tangerhütte.

Einige Kommunen müssten sich nur um einen Lernort kümmern. „Das fand bei der Verteilung keine Berücksichtigung. “ Aktuell sei auch die Digitalisierung in den Schulen ein wichtiges Thema. „Hierzu fehlen uns selbst auch die Gelder zur Umsetzung. Das entsprechende Programm des Bundes greift zu kurz beziehungsweise wird nur schwer umsetzbar sein“, bemängelt Brohm gegenüber der AZ.

Derzeit konzentriert sich die Kommune mehr oder weniger auf die Schule in Grieben. Die Modernisierung passiert in mehreren Etappen, die Arbeiten sollen möglichst nur in Ferien laufen. Doch schon im Sommer ist das nicht ganz gelungen. „Der Anschluss der Heizungsanlage an das vorhandene System konnte nicht geschafft werden.“ Das Ganze muss nun bei laufendem Schulbetrieb erledigt werden. Alle an der Sanierung beteiligten Gewerke in den sechs Wochen Ferien unter einen Hut zu kriegen, sei sowieso eine Herausforderung gewesen. „Der Zeitplan konnte aber, bis auf kleinere Restarbeiten, gehalten werden“, zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. Insgesamt 351000 Euro, aufgeteilt in zwei Jahresscheiben, werden in das Gebäude investiert.

Die Handwerker haben sich vornehmlich dem Erdgeschoss gewidmet. Der Hausanschluss ist erneuert, die Elektroanlage komplett neu. Die Heizungsrohre sind ersetzt, die Sanitäranlage ist saniert und erweitert. Leitungen für Akustik-Decken wurden verlegt. Neue Türen sind eingebaut, die Flure frisch gestrichen. Erledigt sind auch die Arbeiten an der Brandmeldeanlage und am Rauchwärmeabzug. In den Weihnachtsferien und Ferien im Jahr 2020 soll ein neuer Sportraum geschaffen werden. Der alte Turnraum wird zur Mensa umgebaut. Außerdem stehen die Fußböden von Erdgeschoss und Flur auf dem Zettel. Insgesamt sind laut Brohm für die Sanierung der Bildungsstätte 990  000 Euro vorgesehen. Wann genau und in welchem Umfang es nach 2020 damit weitergehen kann, sei noch offen.

Gleich mit Beginn der Sommerferien am 5. Juli hatten Abbrucharbeiten im Sanitärbereich begonnen. Von der aktuellen Investitionssumme sind gut 230  900 Euro Fördermittel und 120  000 kommen aus der eigenen Kasse. Die Finanzspritze stammt dem Bürgermeister zufolge aus einem Schulinfrastruktur-Programm für finanzschwache Kommunen. Um genauer zu sein: 90 Prozent davon kommen vom Bund und zehn Prozent vom Land. Die Bildungsstätte in der Tangerhütter Ortschaft Grieben ist fester Bestandteil der Schullandschaft im Landkreis Stendal. Die Schülerzahlen unterliegen gewissen Schwankungen. Momentan drücken dort 73 Mädchen und Jungen die Schulbank. Für das Lernjahr 2020/21 wird mit 74 Schülern gerechnet, für 2021/22 mit 71.

Für die ersten Bauarbeiten musste der Hort des Elbeortes ausziehen. „Das bedeutete, im Vorfeld wurde mit allen Eltern gesprochen und bei Bedarf eine Betreuung in anderen Horten der Einheitsgemeinde Tangerhütte gewährleistet.“ Und natürlich: Das gesamte Erdgeschoss musste vorab ausgeräumt werden. Die Möbel wurden eingelagert. „Das konnte teilweise in den letzten Schulwochen gestartet werden und wurde dann am ersten Ferientag durch den Bauhof der Einheitsgemeinde weitergeführt“, umschreibt der parteilose Kommunalpolitiker den Kraftakt. Nun ist ein Teil des Modernisierungsprojektes umgesetzt. Und: Seit dieser Woche besuchen neue Schüler den Lernort, Einschulung war am Sonnabend.

VON MARCO HERTZFELD 

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