Fördergeld: Zukunftskonzept in Arbeit

„Bismark 2025“ zahlt sich nicht mehr aus

Katja Mengewein, Mitarbeiterin eines Stadtentwicklers, referiert in Bismark.
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Künftige Fördermittel: DSK-Fachfrau Katja Mengewein hat den Ratsleuten vor Augen geführt, dass ein Konzept wie dieses einiges an Arbeit erfordert.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Bismark arbeitet an einem Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept, kurz IGEK. Was recht sperrig klingt, kann für künftige Fördertöpfe schlichtweg notwendig sein. Anfang 2023 soll das Konzept stehen.

Dieter Klapötke (AFW) machte aus seinem Herzen keine Mördergrube und fragte, was dieses Papier denn nun bitte einbringen solle. Annegret Schwarz, die CDU-Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, musste am Mittwochabend nicht lange überlegen. Das Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK) öffne zukünftig Fördertöpfe, anderes Papier wie „Bismark 2025“ sei veraltet. Inwieweit neben Klapötke, auch Ortsbürgermeister von Grassau, weitere Kommunalpolitiker stärker überzeugt werden wollen, muss sich zeigen. Im März 2023 soll das IGEK dem Stadtrat zum Beschluss vorliegen. Corona beeinflusst den Zeitplan, das Rathaus wird eine Verlängerung beantragen. Bismark scheint eh schon später dran als so manch andere Kommune.

Vorgängerpapier bereits veraltet

Beim Erstellen des Zukunftskonzeptes kommt es auf die Mitarbeit der Bürger an und auf jene der Volksvertreter sowieso. Nach einer öffentlichen Ausschreibung zur Seite haben die insgesamt 20 Ortschaften die DSK GmbH, einen bundesweit tätigen Stadtentwickler. Das Unternehmen soll unter anderem schon an den Konzepten von Kalbe und Seehausen mitgeschrieben und somit ein Gespür für die Region haben. Mitarbeiterin Katja Mengewein umriss bei der Sitzung in der Mehrzweckhalle den weiteren Ablauf. Die Instrumente klingen der Aufgabe gemäß, ein paar Beispiele: Lenkungsgruppe, Facharbeitsgruppen und später dann -kreise sowie Bürgerwerkstatt. Vorgesehen sind zudem eine Onlinebefragung und Ortsrundgänge. Wie was zündet, muss sich zeigen.

Ohne IGEK bleiben Töpfe verschlossen

Das Planungsdokument soll für circa zehn Jahre taugen. Die Einheitsgemeinde soll sich klar werden, wo sie hin möchte, welche Schwerpunkte es geben kann. In Mengeweins Vorstellung von Zeitschiene und Themen heißt es unter anderem auch: „Nicht mehr bedarfsgerechte Investitionen sollen erkannt und verhindert werden und damit der Einsatz knapper Mittel optimiert werden.“ Übersetzt heißt das wahrscheinlich: Das Geld von Land, Bund und Europäischer Union soll möglichst sinnreich eingesetzt und keineswegs Gefahr laufen, verpulvert zu werden. Das IGEK soll möglichst zügig Konturen gewinnen. Stadtratsvorsitzender Andreas Cosmar (FWB) sprach deshalb von einem „Appell, an der einen oder anderen Stelle mitzuarbeiten“. Schwarz konnte das nur gefallen.

Einige Schwerpunktthemen müssten unbedingt gesetzt werden, hieß es an diesem Abend mehrmals. Wirtschaft und Tourismus kämen infrage, natürlich auch der Klimaschutz. Gerade Letztgenanntes werde in Förderprogrammen eine wichtige Rolle spielen, meinte Mengewein. Kurzum: Eine Kommune sollte um ihre Stärken und Schwächen wissen. Der grobe Zeitablauf auf dem Weg zum IGEK sieht in Teilen wie folgt aus: Februar Lenkungsgruppe aus vornehmlich politischen Akteuren, März Bürgerinformationsveranstaltung, März bis April Onlinebefragung, April bis Juni vier Arbeitsgruppen, August bis September Ortsrundgänge, Oktober Bürgerwerkstatt sowie Dezember bis Januar 2023 Beteiligung sogenannter Träger öffentlicher Belange.

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