Verein erstattet keine Anzeige

Fisch vom Haken gesprungen: Anglerstatue in Kläden vermisst beide Hände

Fast traurig schaut der Holzfischer vom Köhnsee in Kläden drein: Nachdem vor ein paar Jahren seine „Siegerfaust“ zerstört wurde, ist nun auch seine rechte Hand samt Fang verschwunden.
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Fast traurig schaut der Holzfischer vom Köhnsee in Kläden drein: Nachdem vor ein paar Jahren seine „Siegerfaust“ zerstört wurde, ist nun auch seine rechte Hand samt Fang verschwunden.

Kläden – Da ist wohl der Fisch vom Haken gesprungen und hat die ganze Hand des Fischers gleich mitgenommen. Schon seit etwa anderthalb Wochen fehlt der Holzstatue eines Anglers am Köhnsee in Kläden die rechte Hand, an der ein großer Fisch hing.

Das ist nicht der erste Fall, in dem die Statue beschädigt wurde. Vor etwa zwei Jahren entwendeten Jugendliche über Himmelfahrt die linke Hand des Anglers und verbrannten sie in einem Feuer, erklärt Norbert Schwellnus, Mitglied im Vorstand des Anglervereins „Köhnsee“ Kläden (AZ berichtete). Der Verein erstattete damals keine Anzeige und die Täter wurden nie gefasst.

Auch nachdem die Statue nun hände- und fischlos dasteht, plane der Verein nicht, die Polizei nach den Tätern fahnden zu lassen. „Es kommt doch sowieso nichts dabei heraus“, sagt Schwellnus frustriert. Eine Anzeige bedeute nur sinnlose Laufereien für den Vorstand, die keine Ergebnisse bringen würden. Verschwendung von wertvoller Zeit, wie der Angler findet. Stattdessen wird um Hinweise gebeten.

Norbert Schwellnus, Vorständler Anglerverein Kläden.

Nachdem sich Schwellnus während eines Arbeitseinsatzes die Holzstatue näher angesehen hatte, ist ihm eines klar geworden: „Es sieht zwar auf Bildern so aus, als wäre am Arm gesägt worden, aber das war eindeutig ein Bruch.“ Die verlorene Hand und der Fisch wurden dennoch bei der Suche in der Umgebung nicht gefunden und Anzeichen für ein Feuer wie beim letzten Vorfall gibt es auch nicht. Aber was wird nun mit der Statue passieren? „Sie ist total verschandfleckt“, schimpft Schwellnus. Ohne den Fisch wäre sie nicht einmal mehr als Angler erkennbar. So würde sie dem Verein nichts nützen.

Aber ein wenig Humor bringt das Vorstandsmitglied trotz des Ärgernisses noch auf: „Mit einem Gewehr umgehängt, könnten wir sie eigentlich an die Jäger geben.“ Genaue Pläne hätte der Verein noch nicht zu dem Holzfischer vom Köhnsee, wie die Figur auch im Internet betitelt wird. Ob er neue Hände bekommt oder generell ein Ersatz für die Statue gefunden wird, steht also noch aus. Die Skulptur wurde vor circa vier Jahren an ihrem jetzigen Standort aufgestellt. Die Angler bezahlten sie damals teuer aus der eigenen Tasche, berichtet Schwellnus. Ein Künstler aus Arendsee hatte den Holzfischer geschaffen. Inzwischen ist die Statue etwas in die Jahre gekommen. Tiefe Kerben ziehen sich durch den Holzkörper. Ein Bruch, wie Schwellnus ihn beschrieb, ist deshalb auch nicht undenkbar.

Der Verein „Köhnsee“, der Teil des Stendaler Anglervereins ist, veranstaltet regelmäßig mit seinen Mitgliedern Arbeitseinsätze. Sie dienen zur Erhaltung des Gewässers, der Anglerstege und der näheren Umgebung.

Für das Auffinden der verlorenen Holzhand mit Fisch hat der Vorstand eine Belohnung von 100 Euro ausgesetzt. Hinweise sollen an den Vorsitzenden Mario Küllmann gerichtet werden: Tel. 0178 6319587.

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