Wasserverband Bismark klagt über häufige Verstopfungen im Pumpwerk / Großes Problem: feuchtes Toilettenpapier

Feuchttücher: Segen und Fluch zugleich

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Das feuchte Toilettenpapier kann von den Pumpen des Klärwerkes nicht verarbeitet werden. Der Stoff sei so kompakt, dass er sich um die Pumpe legt und sich weiterer Dreck drumherum ansammelt, was zu Verstopfung der Pumpe führt, wie Astrid Miehe, stellvertretende Geschäftsführerin des Wasserverbandes Bismark, erklärt. 

Bismark. Feuchtes Toilettenpapier – ein Segen für den Allerwertesten, ein Albtraum für den Wasserverband Bismark.

„Wir haben ein unheimlich großes Problem mit den Feuchttüchern, die die Leute nicht im Müll entsorgen, sondern in ihre Toilette schmeißen“, sagt Astrid Miehe, stellvertretende Geschäftsführerin des Wasserverbandes Bismark, im Gespräch mit der AZ. Die Tücher lassen sich nicht nur mit der Hand schwer auseinanderreißen, auch die Pumpen des Klärwerkes können den synthetischen Stoff schwer verarbeiten, erklärt Miehe.

Das Ergebnis: Die Pumpen verstopfen. Die angesammelte Papiermasse wickelt sich um die Pumpe. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre. Nein, der Stoff sei so kompakt, dass sich der restliche Dreck drumherum ansammelt. Das sei äußerst schlecht, sagt die Führungsvizin weniger erfreut. Ist das Pumpenwerk einmal verstopft, müssen die Pumpen dringend gezogen und gereinigt werden. „Das kostet dann locker mal 500 Euro und mehr“, sagt Astrid Miehe. Geld, das Bürger durch ihre Gebühren bezahlen. Und dieses Phänomen sei keine Seltenheit. „Wir haben Ortschaften, wo wir alle acht Wochen hinfahren müssen, um die Pumpen zu säubern.“

Sie wisse, dass die Hersteller auf der Verpackung anmerken, dass das feuchte Toilettenpapier über das WC entsorgt werden kann, aber bevor sie das bekannt gegeben haben, „haben sie nicht mit dem Wasserverband darüber gesprochen“, sagt sie leicht verärgert. Fakt ist: Feuchttücher gehören nicht ins Klo, sondern in den Müll.

Neben feuchtem Toilettenpapier werden auch Rasierklingen, Spritzen, Feinstrumpfhosen, Damenbinden, Windeln für Erwachsene und Kinder und auch Wattestäbchen über das WC entsorgt. Hin und wieder auch Kondome. „Doch die rutschen wegen ihres Fettfilms leichter durch“, sagt Bismarks Verbandsgeschäftsführer Herbert Kunze. Und das sei bei Weitem nicht alles, gestand er. Und ergänzt: „Am Ende landet alles bei uns.“

Von Marilena Berlan

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