Leader-Projekt für Kirchdach Darnewitz zeigt, dass Erfolg viele Väter braucht

Wo Europa nach Kirschen und Marzipan schmeckt

+
Stefan Kemper-Kohlhase (v.l.), Dr. Peter Lippelt, Marlis Gräfin von Bassewitz, Renate Pickelmann und Verena Schlüsselburg haben sich die Torte schmecken lassen.

Darnewitz. Was ein rund 50-Seelen-Ort dank eines rührigen Vereins zu leisten vermag, zeigt nicht nur der Findlingspark mit Kneippanlage und Seilgarten in der Bismarker Ortschaft.

Das Engagement der Ostaltmärker hat selbst den echten Hausschwamm besiegt – und bei allem hat Europa seine Hand im Spiel. Nach Baustopp und Finanznot ist es den Veantwortlichen vom Förderverein „Wir für Darnewitz“ um Vorsitzende Renate Pickelmann in zwei Jahren gelungen, den Zuschuss aus Brüssel aus dem Programm „Verborgene Räume öffnen“ in Höhe von 17 000 Euro für die Gutskirche anno 1832 um weitere 35 000 Euro aus dem Leader-Programm aufzustocken. Zusätzliche finanzielle Hilfe für das dringende Instandsetzen samt komplett notwendiger Erneuerung des Dachstuhls flossen von Lotto Toto, vom Kirchenkreis Stendal, aus einer Spendenaktion der Kirchgemeinde und von Fördervereinsmitglied Marlis Gräfin von Bassewitz (AZ berichtete mehrfach).

„Neben allen finanziellen Mitteln sind aber handelnde Personen für den Erfolg stets unerlässlich“, hatte die Vorsitzende der LAG-Leader-Gruppe „Mittlere Altmark“ beim feierlichen Abschluss der Arbeiten vor einigen Wochen erklärt. Verena Schlüsselburg sprach im Kirchenkaffee, das den historischen Akt begleitet hatte, auch von „einigen Aufregungen, Zeitverzögerungen und Finanzierungssorgen“, die das Projekt mit sich gebracht habe. Und sie erinnerte daran, dass es auch einen Baustopp gegeben hatte, als der Schädling im Gebälk der Darnewitzer Gutskirche diagnostiziert worden war. Das habe diverse Überprüfungen nach sich gezogen und viele Gutachten verlangt.

„Diese Maßnahme wird bestimmt auf besondere Weise in die Chronik von Darnewitz eingehen“, habe Schlüsselburg beim Festgottesdienst von einigen Besuchern gehört. „Hier hatte der Erfolg viele Väter“, sagte die LAG-Verantwortliche deshalb auch in ihrem Grußwort. Der Festgottesdienst wurde von Pfarrer Stefan Kemper-Kohlhase mit Stendals Vize-Superintendent Dr. Peter Lippelt und Gemeindepädagogin Renate Crain gestaltet. Letztere hatte einen Flohmarkt organisiert, bei dem rund 80 Euro zusammengekommen seien, „die für die Arbeit mit Kindern eingesetzt werden sollen“, wie Schlüsselburg weiß. Ihr und allen Besuchern des Ereignisses besonders schmackhaft in Erinnerung bleibt die von Pfarrer Kemper-Kohlhase eigenhändig kreierte Kirschtorte, die die Darnewitzer Kirche als nahrhafte Miniatur mit Dach und Fenstern aus purem Marzipan gezeigt hat. Auch brachte der Geistliche aus Kläden, der aus Nordrhein-Westfalen stammt und mit seiner Familie zehn Jahre lang in Storfjord am Dreiländereck zwischen Norwegen, Finnland und Schweden lebte, bevor er in die Altmark kam, ein Lob- und Dankeslied auf Schwedisch zu Gehör.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare