Sie ist Brandschützerin und junge Mutter

Erste Auszubildende seit Langem: Mit Feuereifer in das Bismarker Rathaus

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Einer der ersten Wege führt ins Büro der Bürgermeisterin. Stadtoberhaupt Annegret Schwarz (v.l.) begrüßt Auszubildende Priscilla Mächler offiziell. Personalchefin Judith Budach freut sich ebenfalls über den Neuzugang.

Bismark – „Wir brauchen keinen Azubi, der acht Stunden am Kopiergerät steht.“ Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) formuliert im AZ-Gespräch freundlich das, was Priscilla Mächler längst weiß und als Herausforderung begreift.

Sie freut sich auf die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Die 24-Jährige habe einen guten ersten Eindruck hinterlassen, die Chemie stimme, lobt das Stadtoberhaupt schon einmal.

Drei Jahre lang wird die junge Frau aus Schinne möglichst alle Bereiche der Verwaltung kennenlernen. Sie ist die erste Auszubildende im Bismarker Rathaus seit Längerem.

Für Mächler dürfte die Welt momentan nahezu perfekt sein. Sie hat beruflich bereits einiges vorzuweisen. Sie ist gelernte Automobilkauffrau in Stendal, arbeitete in Magdeburg an einer Rezeption – und ist seit 2018 Mutter von Zwillingen, eines Jungen und eines Mädchens. Dass sie sich in der heimatlichen Einheitsgemeinde ein weiteres Berufsfeld erobern kann, versteht sie als Glücksfall. Die Ausbildung dauert wie üblich drei Jahre. Stimmen die Leistungen, hat die junge Altmärkerin gute Chance, in ein Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. „Heimat ist Heimat, ich fühle mich wohl hier und will nicht weg.“

Für die Bürgermeisterin nicht unwichtig: Die neue Mitarbeiterin ist Mitglied der Feuerwehr in Schinne, und das bereits seit zehn Jahren. Brandschutz sei eine kommunale Aufgabe und die Kollegin wisse, um was es in dem Ehrenamt gehe. Im Gerätehaus der Kernstadt soll übrigens schon bald extra Einsatzkleidung für jene vier Verwaltungsmitarbeiter hängen, die in einer Feuerwehr organisiert sind und Erfahrung haben. „Die Aufgaben der Brandschützer werden nicht kleiner, die Kollegen sind hier tagsüber in der Regel verfügbar und können schnell einsatzbereit sein“, erläutert Schwarz. Auch dieser Sommer scheint wieder heiß und trocken zu werden, die Brandgefahr ist oft hoch.

Mächler habe natürlich auch mit ihren Bewerbungsunterlagen und im Gespräch überzeugt. Die Konkurrenz war durchaus beachtlich, insgesamt gab es ein gutes Dutzend Bewerber. Zwischen 1995 und 2013 startete jedes Jahr ein Auszubildender. Der vorerst letzte Absolvent war 2016 durch. Weil der Verwaltungssitz eine längere Zeit lang um- und ausgebaut wurde, verzichteten die Bismarker demnach bewusst auf einen Auszubildenden. Die Räume waren knapp, die Arbeitsbedingungen für alle eine Herausforderung. Dass die Pause nun ein Ende hat, darüber freut sich auch Personalchefin Judith Budach.

Der Stadtrat trage das neue Engagement über den Stellenplan der Kommune natürlich mit. Überhaupt sei frisches Blut nie verkehrt, findet das Stadtoberhaupt. In der Kernverwaltung arbeiten 32 Leute, insgesamt sind es 120. Zum Ende des Jahres gehen zwei Kollegen in den Ruhestand. Der Altersdurchschnitt liegt noch knapp unter 50 Jahren. „Wobei unsere Frau Mächler den Altersschnitt ja schon jetzt ein Stückchen senkt“, meint Schwarz mit Augenzwinkern. Und weiter: „Wir sind so oder so eine junge dynamische Verwaltung mit offenem Ohr für alle Altersgruppen.“

VON MARCO HERTZFELD 

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