Instrument bekommt noch den letzten Schliff / Feinarbeiten bis zum Jubiläum 2020

Erneuerte Orgel in Kremkau nach 30 Jahren wieder gespielt

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Pfarrer Michael Schuft begrüßte die Besucher der Kirche in Kremkau.

Kremkau – Die meisten hatten sie im Jahre 1990 ein letztes Mal spielen gehört, seitdem blieb die Röver-Orgel mehr oder weniger stumm. Nach ihrer Reparatur ist das Kremkauer Großinstrument eingeweiht worden. „Das Grobe ist erledigt“, sagte Pfarrer Michael Schuft.

Orgelbaumeister Matthias Beckmann aus dem brandenburgischen Friesack habe von vornherein zwei Bauabschnitte angekündigt. Vielleicht ließen sich die Feinarbeiten ja bis 2020 erledigen. Dann wird die Orgel in der Bismarker Ortschaft immerhin 110 Jahre alt.

Kantorin Susanne Reischel spielt die erneuerte Orgel.

Dass das Werk des Orgelbauers Ernst Röver wieder bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen eingesetzt werden kann, scheint nicht selbstverständlich. Es habe Skeptiker gegeben und eine Diskussion, die Orgel in dem Zustand zu belassen, in der sie sich befand. „Wir haben es dennoch geschafft“, meint der Pfarrer und freut sich. Ingrid Block, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, kann an diesem Tag zahlreiche zufriedenen Menschen begrüßen. Der kleine Ort mitten in der Altmark hat seine Orgel wieder.

Der Zahn der Zeit und der Holzwurm hatten Orgel und Inventar des Gotteshauses zugesetzt. Das Instrument ist komplett zerlegt worden, schadhafte Teile wurden ersetzt. Alle Pfeifen sind geprüft und gegebenenfalls repariert worden. Der Blasebalg wurde erneuert und auf elektrischen Betrieb umgestellt. Ein finanzieller Kraftakt, den viele bewältigen halfen. Die Kirchengemeinde nahm Geld aus der Rücklage und es flossen Fördermittel. Der Kostenvoranschlag lag bei circa 37 000 Euro und wurde demnach eingehalten.

Wichtig waren auch die Spender, darauf hatte nicht zuletzt Ortsbürgermeister Helmut Block schon im Vorfeld hingewiesen. Der Magdeburger Kantaten-Chor hatte bei Auftritten in Kremkau die Einnahmen für die Orgel gespendet. Auch der Johann-Friedrich-Danneil-Verein Kremkau machte sich für den Erhalt des Instruments stark. Es habe etliche Einzelspenden aus der Bevölkerung gegeben, daran erinnerte Pfarrer Schuft bei der Einweihung noch einmal. Die gut 30-jährige Zwangspause der Orgel im Kremkauer Gotteshaus hat ein Ende.

Die Orgel gilt als die Königin der Instrumente. Die Majestät in Kremkau ist nicht zuletzt das Arbeitsgerät von Susanne Reischel. Die Kantorin freut sich über jede erneuerte Orgel. Sie ist für 55 Kirchen in mehreren Pfarrbereichen zuständig, ein Großteil davon will musikalisch versorgt sein. Nach der Andacht ging es für alle weiter. Auf dem Programm standen für Kinder und deren Eltern Orgelführungen mit dem Familienprogramm „Peter Trom und die Orgelpfeifenkonferenz“. Und draußen vor der Tür wurde zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

VON MARCO HERTZFELD

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