Integration ins Busnetz

Ende für Steinfelds Bahnhof absehbar: „Meine Stimme hat nicht gereicht“

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Noch halten die Züge in Steinfeld. Doch der Haltepunkt steht vor dem Aus.

Steinfeld – Das ehemalige Bahngebäude wird schon längst als illegale Müllablage genutzt, das Wartehäuschen an den Schienen kommt einem Brettverschlag gleich.

Doch wer auf die Schiene setzt, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, kann in Steinfeld immer noch auf die Bahn zurückgreifen – noch!.

Denn die Schließung des Steinfelder Stopps ist nur eine Frage der Zeit. „Es ist absehbar, dass der Bahnhaltepunkt aufgegeben wird“, war von der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) zu erfahren. Frühestens im Dezember 2021, vielleicht auch erst 2025, werden Bahnnutzer auf eine Ausweichmöglichkeit zurückgreifen müssen. Jetzt gelte es Lösungen zu finden, wie es mit Personennahverkehr in Steinfeld weitergehen soll.

„Der Haltepunkt muss super ins Busnetz integriert werden“, betont Einheitsgemeindechefin Annegret Schwarz (CDU) im Gespräch mit der AZ und sieht darin die Aufgabe für die kommenden Jahre. So müsse die Anbindung zur Zweigstelle Hohenwulsch verbessert und für Nutzer der Bahn andere Transportmöglichkeiten geschaffen werden. Schüler und Schulklassen seien da die einen, auf die Rücksicht genommen werden müsse. Schwieriger sei die Situation noch für jene, die täglich auf den Zug angewiesen wären, um zur Arbeit zu kommen. Mit dem Unternehmen Stendal Bus seien nicht zuletzt im Zuge von Veranstaltungen bereits positive Erfahrungen gesammelt worden. Trotzdem müsse nun nochmal aufgesattelt werden, so Schwarz.

Im September musste der Kreistag über ein Konzept zum Erhalt des Stopps entscheiden. Pat-Situation: 17 Mitglieder des Gremiums haben für die Umsetzung des Konzeptes gestimmt, ebenso viele dagegen, während fünf ihre Stimme enthalten haben (AZ berichtete). „Meine Stimme hat nicht gereicht“, bedauert die Bürgermeisterin, bleibt aber sportlich. „Das ist Demokratie.“

Die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt hatte deutlich gemacht: Im Zuge des zweigleisigen Streckenausbaus, komme auch Steinfeld nicht um eine Frischekur herum. Rund 4,86 Millionen Euro hätte der Landkreis dafür in den nächsten 18 Jahren in die Hand nehmen müssen, damit der Kleinststopp weiterhin bestand hat. Die Mehrheit im Kreistag blieb aus.

In der Bismarker Ortschaft seien 20 bis 25 Ein- und Ausstiege zu verzeichnen, hatte die Kreisverwaltung mitgeteilt. Das Konzept sollte Schiene und Bus im Bereich Bismark aufeinander abstimmen. Denn „der Bus nimmt dem Zug die Fahrgäste weg“, so ein Nasa-Sprecher.

Nun wird es wohl nur noch auf den Bus hinauslaufen. „Der Drops ist gelutscht“, bedauert Schwarz und gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass der Haltepunkt langfristig Fortbestand haben wird. Auch die Signale der Nasa sind eindeutig: In Steinfeld muss investiert werden oder der Bahnsteig wird ein für alle Male hochgeklappt.

VON LAURA KÜHN

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