1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Bismark

Ende der Grabzäune auf Friedhof in Bismark sorgt für Unruhe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marco Hertzfeld

Kommentare

Ein Grab auf dem Freidhof in Bismark ist von einem kunstvollen Zaun umgeben.
Auch einfach ein Hingucker: Mit Zaunelementen wie diesen sind vor allem ältere Gräber eingefasst. Von aufgegebenen Grabstellen in Bismark sollen die Teile nun ganz offenbar verschwinden. In der Ortschaft sorgt das für Diskussionen. © Marco Hertzfeld

Die Demontage von Grabzäunen auf dem Friedhof von Bismark sorgt für Gesprächsstoff. Zudem steht das Gelände weiterhin vor einem größeren Umbruch.

Bismark – Der Friedhof in Bismark treibt Stadt und Bürger weiterhin um. Offenkundig lässt das Rathaus dieser Tage historische Gitter um Grabstellen demontieren. „Das sorgt für etwas Trubel bei den Leuten und Fragen an mich.“ Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) weiß um den Stellenwert des kommunalen Areals, das vielen Leuten auch als Spazierstrecke diene. Zudem soll es sich in absehbarer Zukunft stärker zu einer parkähnlichen Anlage wandeln. Die metallenen Grabzäune, in der Regel durchaus kunstvoll gefertigt und womöglich von ortsgeschichtlichem Wert, werden laut Rothe beräumt und verwahrt. Mittel- und langfristig könnten sie so oder so eine besondere Rolle in einem ein Stück weit anders und neu gestalteten Friedhof spielen.

Ein Grabzaun auf dem Friedhof in Bismark weist Blumen und andere Details auf.
Ein Stück Friedhofs- und damit Ortsgeschichte: Der nähere Blick lohnt durchaus. Obgleich Wind und Wetter dem Metall in diesem Fall sichtbar zugesetzt haben. © Marco Hertzfeld

Die Grabstätten selbst seien alt und leer. „Einige Bürger wollen die Begrenzungen stehen gelassen sehen und können sich gut vorstellen, dass man die Punkte einfach extra bepflanzt.“ Die Ortsbürgermeisterin zeigt sich im Gespräch mit der AZ hin- und hergerissen. „Ich bin ja auch dafür, jedenfalls vom Prinzip her. Doch dadurch würde die Pflege des Friedhofs ja noch einmal intensiver. Und wir haben doch dafür keine Leute, die Einheitsgemeinde nicht und der Heimatverein schon gar nicht.“ Wer es nicht weiß: Rothe ist auch Vorsitzende der organisierten Heimatfreunde. Bismark ist die größte der insgesamt 20 Ortschaften.

Ortsbürgermeisterin Rothe sieht Gesprächsbedarf

Um wie viele historische Grabgitter es geht, kann die Kommunalpolitikerin auf die Schnelle nicht sagen. „Ganz unerheblich werden sie aber nicht sein. Dass sie fehlen, fällt schon auf.“ Zumal der Bereich sowieso schon einen eher verwaisten Eindruck hinterlässt. Erst vor einigen Wochen hatten Baumfällarbeiten auf dem Friedhof für Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt. Einheitsgemeindebürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) hatte die Arbeiten damals gegenüber der AZ verteidigt. Die maroden Bäume mussten demnach schlichtweg weg, schon allein der sogenannten Verkehrssicherungspflicht wegen.

Idee: Pflanzbeet und ein Mehr an Pflege

Die Einheitsgemeinde sieht das Gelände an der Kirchhofstraße in weiterer Zukunft stärker als Parkanlage. Bismark und der westaltmärkische Nachbar Kalbe wollen in städtebaulichen Fragen stärker zusammenarbeiten, ein Fördermittelantrag soll vor allem auf die Grundzentren abzielen, nicht zuletzt wollen beide Einheitsgemeinden touristisch zulegen. Ein Friedhof mit größerem Parkcharakter könnte in einem gewissen Rahmen auch Anfahrtspunkt für Radwanderer sein. Die Verwaltung mit Christdemokratin Schwarz an der Spitze will mit Stadtrat und Ortschaftsrat dazu Ideen sammeln (die AZ berichtete).

Auch interessant

Kommentare