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Einwohnerzahl: Kläden verkürzt auf Spitze Bismark

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Von: Marco Hertzfeld

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Mit der Lupe auf einzelne Ortschaften und Ortsteile der Einheitsgemeinde Bismark.
Mit der Lupe auf einzelne Ortschaften und Ortsteile. Die Einheitsgemeinde Bismark insgesamt verliert weitere Einwohner. Die Zahlen sind vorläufiger Natur, das letzte Wort hat das Statistische Landesamt Mitte des Jahres. © Marco Hertzfeld

Das Rathaus liefert weitere Zahlen, die von der demografischen Talfahrt zeugen. Die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde sinkt unter die 8000er-Marke. Bismark verliert am deutlichsten, bleibt aber mit Abstand der größte Ortsteil.

Bismark – Wer die Welt gern in Gewinner und Verlierer einteilt, dem liefert das Bismarker Rathaus nun auch dafür die passenden Zahlen. Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) hat genauer auf die insgesamt 39 Ortsteile blicken lassen. Mit einem Plus von 18 Einwohnern ist es Kläden, das in den vergangenen zwölf Monaten in der Einheitsgemeinde am stärksten zulegen kann. Steinfeld hat im Vergleich zum Jahr davor acht Bürger mehr, Kremkau sieben. Klinke und Bülitz können sich über jeweils fünf Köpfe mehr in ihrer Gemarkung freuen.

Größter Ortsteil verliert 52 Köpfe

Bismark verliert am deutlichsten, 52 Positionen fehlen ihm im Vergleich zu 2021. Die Verluste sind in Grassau ebenfalls zweistellig, dort leben 15 Menschen weniger als im Jahr davor. Döllnitz muss genauso ein Minus verkraften, acht Bürger weniger sind dort registriert worden. Garlipp und Büste gehören, absolut gesehen, auch zu den größeren Verlierern. Es sind jeweils sieben Bürger weniger, die in diesen Orten ihr Zuhause haben. Aber natürlich: Die Ausgangslage in den 20 Ortschaften ist höchst unterschiedlich.

Zahl insgesamt sinkt unter 8000er-Marke

Bismark hat auch ohne die kleinen Ortsteile und mit besagtem Minus von 2,17 Prozent nach wie vor weit die Nase vorn. 2339 Menschen leben dort. Sicher auf Rang zwei bleibt Kläden mit 570 Einwohnern und dem Plus von 3,26 Prozent. Platz drei gehört weiterhin Schinne, es kommt auf 393 Bürger, zwei mehr als noch 2021, das macht ein Plus von 0,51 Prozent. Für Badingen mit 370 bleibt statistisch gesehen alles beim Alten, die Zahl verharrt unverändert bei immerhin 370. Meßdorf verzeichnet 327 Einwohner, drei weniger als im Jahr zuvor.

Die Bevölkerungszahl insgesamt hatte die Bürgermeisterin zuletzt mit 7957 angegeben. Dieser kommunalen Familie in der östlichen Altmark fehlen im Jahresvergleich demnach 117 Köpfe. Bedeutet ebenfalls: Die vielleicht psychologisch wichtige 8000er-Marke ist unterschritten. Und, wer es nicht weiß: Die Bevölkerungszahl spielt durchaus eine Rolle, wenn es um finanzielle Zuweisungen von oben geht. Es leben 3993 männliche und 3964 weibliche Personen in der Einheitsgemeinde. Die Spanne ist somit ein Stückchen größer geworden.

Anders als in Landkreis: Männer überwiegen

Das Verhältnis im Landkreis Stendal mit knapp 110.000 Einwohnern ist übrigens umgekehrt, dort leben mehr Mädchen und Frauen als Jungs und Männer. Die Einheitsgemeinde Bismark dürfte sich mit ihren fast 8000 Einwohnern insgesamt irgendwo im Mittelfeld einordnen. Wobei der Vergleich nicht ganz so einfach scheint und hinken könnte, in Ostaltmark und Elb-Havel-Winkel gibt es neben den sechs Einheitsgemeinden auch drei Verbandsgemeinden. Zwei Strukturen, die ein Stück weit anders funktionieren.

Die Zahl der Ausländer in der Einheitsgemeinde hat sich vergrößert, wenn auch nicht spürbar. Aktuell sind es 103 Menschen, zuvor waren es 85. Woher die Leute genau kommen, lässt sich aus dieser Statistik nicht ablesen. So oder so, der Ukrainekrieg und die Flüchtlingswelle haben die Einwohnerzahl zumindest in diesem Gebiet des Landkreises eben nicht entscheidend wachsen lassen. Und grundsätzlich gilt: Es hat mehr Wegzüge (290) als Zuzüge (278) sowie mehr Sterbefälle (153) als Geburten (48) gegeben.

Gewinner und Verlierer im Vergleich zum Vorjahr:
Arensberg 73 (-1), Badingen 370 (0), Beesewege 53 (-2), Belkau 119 (-3), Berkau 317 (+2), Biesenthal 55 (-4), Bismark 2339 (-52), Bülitz 31 (+5), Büste 291 (-7), Darnewitz 46 (0), Deetz 77 (-4), Dobberkau 184 (-1), Döllnitz 75 (-8), Friedrichsfleiß 34 (-6), Friedrichshof 35 (+1), Garlipp 171 (-7), Grassau 119 (-15), Grävenitz 72 (-1), Grünenwulsch 61 (-2), Hohenwulsch 179 (-4), Holzhausen 102 (-5), Käthen 96 (-4), Kläden 570 (+18), Klinke 56 (+5), Könnigde 138 (-5), Kremkau 201 (+7), Meßdorf 327 (-3), Möllenbeck 33 (-2), Poritz 141 (-3), Querstedt 73 (-4), Schäplitz 90 (-4), Schernikau 241 (-4), Schinne 393 (+2), Schönebeck 45 (-4), Schönfeld 62 (-5), Schorstedt 173 (-3), Späningen 203 (0), Steinfeld 225 (+8), Wartenberg 87 (-2) Angaben: Stadt Bismark

Kommentar von AZ-Redakteur Marco Hertzfeld
Demografie-Talfahrt: Zukunft heißt Wettbewerb:
Die Prognosen für Bismark, Landkreis Stendal und Altmark sind nicht mehr pechschwarz. Das Horrorbild einer menschenleeren Region ist verflogen. Und doch sollte niemand in Politik und Verwaltung die Hände in den Schoß legen. Denn: Die Lage bleibt dramatisch. Es fehlt nach wie vor an Einwohnern, an jungen Leuten sowieso und Fachkräften im Besonderen. Mit dem ersten Schwung Jahreszahlen Anfang Januar waren aus dem Rathaus in Bismark altbekannte Erklärungen und Rezepte zu hören. Zusätzliche Baugebiete müssten her, Bürokratie möge verringert, Soziales weiter betont sein. Doch bitte schön, was spricht für die 20 Ortschaften und was macht diese Stadt unverwechselbar im Wettbewerb der Kommunen? Fragen bleiben offen.

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