Aktueller Stand der Risikoanalyse / Ein Drittel der Kameraden tagsüber da

Einsatz-Probleme am Tag

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Bismark. Nur sechs der insgesamt 33 Ortswehren der Einheitsgemeinde sind ständig einsatzbereit: Schorstedt, Bismark, Schinne, Kläden, Belkau und Badingen.

Dieses Ergebnis verkündete Ordnungsamtsleiterin Irene Kersten den versammelten Mitgliedern des Ordnungsausschusses, die sich im Schloss Kläden versammelt hatten. Die Erarbeitung der Risikoanalyse und Brandschutzbedarf läuft auf Hochtouren, der aktuelle Stand wurde nun vorgestellt.

„Die Tagesbereitschaft ist nicht abgesichert“, erklärte Kersten gestern gegenüber der AZ. Montags bis freitags können in der Zeit von 6 bis 18 Uhr statistisch gesehen 5,7 Einsatzkräfte ausrücken, gesetzlich vorgeschrieben sind allerdings neun. Deshalb müssen auch bei einem Gefahrenfall auch immer die Nachbarwehren mit alarmiert werden. Bei einer Gesamtanzahl von 609 aktiven Kameraden kein zufriedenstellendes Ergebnis, zumal von denen tagsüber auch nur 191 zur Verfügung ständen. In den Abend- und Nachtstunden sieht die Bereitschaft dann schon wieder anders aus. Da wären durchschnittlich 11,9 Einsatzkräfte vorhanden.

Derzeit wird in jeder Ortschaft einzeln die Analyse durchgeführt. „Wir beleuchten die jeweiligen Gefährdungspotentiale“, erklärte Kersten. Gebäude mit besonderer Gefährdung, wie beispielsweise Räume ab 100 Plätzen, das Jugendfreizeitzentrum als Holzbau und die Viehhalle sowie das Tivoli stehen dabei auch unter besonderer Beobachtung. Auch alle historischen Stätten, Kirchen und die Goldene Laus mit dem Ausguck gehören dazu.

Vor ein Problem wird das Ordnungsamt momentan noch durch genaue Daten zum Volumen des vorhandenen Löschwassers gestellt. Vom Wasserverband Gardelegen läge das Kartenmaterial vor, vom Wasserverband Stendal-Osterburg sei das aber noch nicht angekommen. Somit können die Werte, an welchem Hydranten wo und wieviel Wasser entnommen werden kann, noch nicht in die Analyse eingearbeitet werden, so die Ordnungsamtsleiterin.

Wichtig sei aber auch, ob innerhalb von zwölf Minuten jeder Ort feuerwehrtechnisch abgedeckt werden kann. Da gebe es bislang nur eine kleine Lücke bei Meßdorf, Späningen und Biesenthal. Im Fall eines Feuers müssten dort gleich alle drei Wehren alarmiert werden. Mit den drei Stützpunkten von Schere und Spreizer in Bismark, Kläden und Meßdorf könne aber das gesamte Gebiet der Einheitsgemeinde abgesichert werden.

In die Analyse, deren Abschluss Mitte des Jahres erwartet wird, fließen Einwohnerzahlen, Flächen von Landwirtschaft, Wald und Siedlungen sowie die Bahnstrecken und Gasleitungen mit ein. „Wenn die Ergebnisse der Untersuchung da sind, dann können Vorschläge Stück für Stück umgesetzt werden“, so Kersten, beispielsweise auch die Überlegungen, ob Fahrzeuge von einer Wehr in eine andere verlegt werden müssen oder nicht. Ob es irgendwann dazu kommt, stehe allerdings zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

Von Bianca Lange

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