Ein Wappen für die ganze Familie

Einheitsgemeinde Bismark arbeitet an Hoheitszeichen – nach fast zehn Jahren

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Das Bismarker Wappen an der Tür eines Feuerwehrfahrzeugs.

Bismark – Schinne hat eines, Kläden und Könnigde auch, die Kernstadt Bismark sowieso. Ob alle 39 Ortschaften und Ortsteile ein Wappen hatten, haben oder haben müssen, Annegret Schwarz (CDU) ist sich da nicht so sicher.

Eines wünscht sie sich allerdings schon: „Die Einheitsgemeinde selbst sollte unbedingt ein eigenes Zeichen bekommen, es fehlt einfach.“

Nach der Kommunalwahl Ende Mai in Sachsen-Anhalt könnte das Thema möglichst rasch auf die lokale Agenda. „Unsere Gemeinschaft wird 2020 zehn Jahre alt, zum Jubiläum sollte zumindest schon ein Entwurf vorliegen“, sagt die Bürgermeisterin der AZ.

Die Einheitsgemeinde ging zum 1. Januar 2010 aus der Verwaltungsgemeinschaft Bismark / Kläden hervor. „Ein Wappen schafft Identität.“ Zum Nulltarif dürfte es dieses aber auch nicht geben. Zu möglichen Kosten könne sie derzeit noch nichts sagen, meint die Bürgermeisterin. Warum nicht längst ein Wappen für die fast zehnjährige kommunale Familie existiere, dafür hat sie diese Erklärung: „Bei uns gab und gibt es immer einige Ideen und Projekte, es fehlte schlichtweg die Zeit. Nun sollten wir es aber wirklich angehen.“

Das Wappen der Kernstadt Bismark zeigt einen halben roten Adler. Damit erinnert es an die einstige Zugehörigkeit der Altmark zur Mark Brandenburg, die ja den roten Adler im Wappen hat. Eine rote Rose rechts im Zeichen Bismarks soll auf eine früher dort ansässige Adelsfamilie hinweisen. Ob Teile in das neue gemeinsame Wappen übernommen werden sollten, kann und will Schwarz nicht allein entscheiden.

„Wir werden uns am besten auch mit den Ortsbürgermeistern an einen Tisch setzen und beraten.“ Das Bismarker Wappen einfach für alle zu übernehmen, scheine ihr zumindest momentan ein zu einfacher Weg. Dass damit auch ein Streit vom Zaun gebrochen werden könnte, die Gefahr sehe sie nicht.

Ein klassisches Wappen ist ein schildförmiges Zeichen und erinnert auch tatsächlich an ein Schild als mittelalterliche Schutzwaffe. Ein Wappen kann ein Hoheitszeichen für eine Stadt sein, auch für ein Land. In der Vergangenheit hatten Wappen vielleicht eine noch größere Bedeutung, für adelige Familien, Dynastien. In Geschichte und Gegenwart schmücken sich auch Vereine und Studentenverbindungen ganz gern einmal mit einem eigenen Zeichen. Die Heraldik, auch Wappenkunde genannt, ist eine feste Wissenschaft. Dass der Weg zu einem Wappen für die Einheitsgemeinschaft Bismark recht aufwendig sein kann, weiß Schwarz. „Das Verfahren ist nicht einfach, das Landesarchiv und andere Einrichtungen müssen einbezogen sein.“

VON MARCO HERTZFELD

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