Diana Wernecke zieht Bilanz zur Seniorentagesstätte / Neuer Fahrdienst

Ein Drittel weniger Fördermittel vom Land

Der Bus der Seniorentagesstätte in Kläden hat auch einen Rollstuhl-Lift. Das Fahrzeug musste im vergangenen Jahr extra vom Verein angeschafft werden. Foto: Diana Wernecke

Kläden. Die Seniorentagesstätte bekommt weniger Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr rund ein Drittel weniger. „Wir bekommen im Vergleich zu anderen Bundesländern hier in Sachsen-Anhalt die wenigsten Mittel.

Und auch die fallen in diesem Jahr um ein Drittel geringer aus, als noch 2011“, erklärte Diana Wernecke gestern gegenüber der AZ. Dadurch musste die Vorsitzende des Vereins Seniorentagesstätte Schloss Kläden die Arbeitszeit ihrer Ehrenamtlichen auch etwas zurückschrauben, sie möchte schließlich alle behalten und muss auch eine bestimmte Zahl an Mitarbeitern vorhalten. Eine Gradwanderung – jedes Jahr aufs neue.

Ungeplante Investitionen sind da noch nicht mit einbegriffen. So musste der Verein im vergangenen Jahr den Begleitdienst, den vorher das Deutsche Rote Kreuz erbrachte, selbst organisieren, bilanziert die Vorsitzende. Dafür wurde ein kleiner Bus mit Rollstuhllift gekauft, der die Tagesgäste morgens von zu Hause abholt und am Nachmittag auch wieder dorthin zurück bringt. Der Fahrdienst werde sehr gut genutzt, schließlich kommen die Gäste aus Vahrholz, Kalbe, Badingen, Steinfeld, Grassau, Schartau, Könnigde und Kläden selbst.

Durchschnittlich sechs Personen werden pro Tag von den Mitarbeiterinnen im Schloss betreut. „Aber es ist durchaus noch Luft nach oben. Zwölf Plätze stehen täglich zur Verfügung“, so Wernecke. 2270 Stunden haben sich die Ehrenamtlichen 2011 um demenzkranke Männer und Frauen gekümmert, die von ihren Angehörigen nicht durchgehend zu Hause gepflegt werden können. Einige kommen jeden Tag, andere wiederum nur an bestimmten Tagen, wenn die Angehörigen die Zeit nicht aufbringen können. Einmal im Monat erleben die Senioren einen besonderen Höhepunkt. 2011 waren sie unter anderem im Tiergarten in Stendal, bei Andachten oder lauschten Vorträgen im Schloss selbst.

Doch besonders schade ist, dass das monatliche Betreuungscafé der Seniorentagesstätte nicht so gut angenommen wird. Obwohl es als eine Art Schnupper-Nachmittag gedacht ist, kommen fast nie fremde Gäste. Auch die Angehörigentreffen werden kaum besucht. „Es ist einfach kein Interesse da. Erst wenn die Situation der Demenz eintritt, machen sich die meisten Menschen Gedanken über solche Betreuungsangebote“, erklärt Wernecke.

Das große Projekt für 2012 soll der „Garten der Sinne“ werden. Das Konzept erarbeitet eine Bernburger Studentin gerade in ihrer Bachelorarbeit und die Badinger Firma Schneider hat bereits 250 Euro dafür gespendet. Außerdem haben die Mitglieder des Vereins ihren Vorstandsmitgliedern erneut das Vertrauen ausgesprochen. Der Vorstand bleibt in gleicher Besetzung zwei weitere Jahre bestehen, Diana Wernecke wird weiterhin ehrenamtlich den Posten der ersten Vorsitzenden übernehmen.

Von Bianca Lange

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