1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Bismark

Alte Glocken in Dobberkauer Kirche neu eingeweiht

Erstellt:

Von: Maik Bock

Kommentare

Die Glocken im Glockenstuhl.
Die zwei gebrauchten Glocken hängen schon seit einer Weile in der Glockenstube der Dobberkauer Kirche. Zu Ostern wurden sie offiziell eingeweiht. © Maik Bock

Was für die einen alt sein mag, ist für die anderen neu: Mit einem feierlichen Gottesdienst wurden am letzten Osterfesttag die neuen Bronzeglocken der Kirche in Dobberkau geweiht.

Dobberkau - Der Glockenstuhl der Dobberkauer Kirche war stark angegriffen und bedurfte zuvor einer dringenden Sanierung. Das nahmen die Beteiligten in Angriff und es wurden Spenden gesammelt, um das alles überhaupt bezahlen zu können. Die Einwohner, Firmen und Institutionen ließen sich nicht lange bitten und das Geld der Spender wurde gut verwahrt.

So konnten die Dobberkauer zum Erntedankfest vergangenen Jahres die Übergabe eines neuen Glockenstuhles aus Eichenholz, hergestellt von der Zimmerei Blümner aus Bismark, feiern. Nur ein Jahr später kam die Kirchengemeinde auf Umwegen über eine Glockenbörse im Internet zu zwei Bronzeglocken. Sie sind zwar gebraucht, haben aber die Tonlage, die in Dobberkau benötigt wird. Die Glocken wurden 1957 gegossen von den Gebrüdern Rincker in Sinn und hingen zunächst in der Thomas-Gemeinde in Essen.

Die Inschrift der großen Glocke mit 512 Kilogramm Gewicht lautet „O Land Land Land, Höre des Herrn Wort!“ und die der kleinen mit 291 Kilogramm „Kommt, es ist alles bereit!“. Im November holten Klaus Dieter Schönhoff und Hartmut Isensee mit einem Privatfahrzeug die Klangkörper aus Dorsten ab. Zwischen Ende März und dem 11. April wurde von einer Firma aus Heidenau erst die kleine gusseiserne Glocke aus dem Kirchturm gehoben, um so Platz für die beiden Bronzeglocken zu machen.

Diese wurden mittels eines Autokrans einer Stendaler Firma vom Pfarrhof aus bis zur Schallluke der Kirche auf 28 Meter ausgefahren. Kranfahrer und zwei Mitarbeiter leisteten Präzisionsarbeit, berichtete Jutta Mahlow, Vorsitzende des Dobberkauer Gemeindekirchenrates, in ihrer kleinen Festrede, wie alles begann und zu einem guten Ende kam. Nur fünf Millimeter an den Seiten der Schallluke war Platz. Ohne Beschädigungen am Mauerwerk und der Glocken ging es in die neue Glockenstube hinein.

Zu einem Spendenaufruf kamen 30 270,90 Euro zusammen, erbracht von Privatpersonen und Ortsansässigen sowie auswärtigen Betrieben. Es waren Einzelspenden von 100 bis 8000 Euro eingegangen. Ohne diese wäre das gesamte Vorhaben gescheitert und neue Glocken hätte man sich nie leisten können, erklärte Mahlow. Am Ostermontag fand nun die festliche Glockenweihe mit Pfarrer Michael Schuft und vielen Kirchgängern um 14 Uhr statt.

Der Gottesdienst wurde von Rosemarie Smorodinzeff an der Orgel sowie dem Gladigauer Posaunenchor begleitet. Mahlow bedankte sich herzlich bei allen Vorbereitern und Mitgestaltern des Gottesdienstes für das Saubermachen und Schmücken der Kirche, das Einläuten der neuen Glocken von den Kindern Cora Schönhoff und Sophia Pazos Mahlow, das Backen des Kuchens, das Eindecken der Kaffeetafel im Dobberkauer Dorfgemeinschaftshaus sowie die Bedienung der Gäste.

Auch interessant

Kommentare