Umweltministerium wünscht lokale Informationen zum möglichen FFH-Gebiet

Dobberkauer Wendelberg soll Schutzgebiet werden

Der Wendelberg bei Dobberkau. Davor ein Haufen Steine und eine Info-Tafel.
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Die Flora und Fauna auf dem Wendelberg in Dobberkau soll unter Schutz gestellt werden. Gut zu erkennen an den gelben Blüten ist das Doldige Habichtskraut.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Kürzlich wurde der Wendelberg bei Dobberkau als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) neu angemeldet. Laut Angela Vogel, Sprecherin des Landkreises, gehe es bei der Anmeldung erst einmal um die Informationsbeschaffung aus der direkt betroffenen Region.

Dobberkau - Die Einheitsgemeinde wurde vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes (MULE) darum gebeten, die bisherigen Informationen zu dem Gebiet auszulegen, als auch in den Schaukästen von Dobberkau und der Stadt Bismark auszuhängen.

Bei dem Gebiet handelt es sich um ein nordwestlich am Dobberkauer Ortsrand gelegene, 5500 Quadratmeter große Fläche, die den sogenannten Wendelberg umfasst. Da es dort ein seltenes Vorkommen von trockenen, kalkreichen Sandrasen sowie von subpannonischen Steppen-Trockenrasen gibt, soll die Fläche als Schutzgebiet ausgewiesen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Das Gebiet ist sehr klein, hat aber mit dem Wendelberg einen sehr alten Ursprung. Wie eine Info-Tafel vor Ort erklärt, handelt es sich bei dem Hügel um eine Stauchmoräne, also ein kegelförmig, durch äußeren Einfluss aufgeworfenes Gebilde, das wegen der vielfältigen vorhandenen Materialien von gestörten Lagerverhältnissen gekennzeichnet ist. Eben dies ermöglicht ein Mosaik aus Lebensräumen, wie am Wendelberg den Sand- und Trockenrasen zugleich.

Generell zeichnet sich das neue FFH-Gebiet vor allem mit seiner Trockenheit aus. Dementsprechend verbreitet sind Pflanzen- und Tierarten, die gut mit wenig Wasser, nährstoffarmen Böden und viel Sonne auskommen. So sind Magerrasen-Sorten wie Federgras und Walliser Schaf-Schwingel oder auch Hülsenfruchtgewächse dort weit verbreitet. Auch Heidepflanzen siedeln sich an. Das Doldige Habichtskraut ist derzeit auf dem Wendelberg deutlich an seinen gelben Blüten zu erkennen.

Spuren auf dem Hügelkamm zeugen von einer wahrscheinlichen Nutzung als Motocross-Strecke.

Die Fauna weist in solchen gehölzarmen Lebensräumen vor allem wärmeliebende Tiere und Insekten auf. So gibt es viele Schmetterlinge und Wildbienen, die diese Orte bevorzugen. Auch Heuschrecken und wechselwarme Reptilien wie die Zauneidechse oder die Schlingnatter siedeln sich dort an. Besonders Sandrasen sind oft von lückenhaften Rasengesellschaften geprägt, die es zu schützen gilt.

Wenn der Wendelberg als FFH-Gebiet offiziell ausgewiesen wird, gibt es einige vom MULE festgesteckte Schutzziele: Natürlich soll die Fläche vornehmlich erhalten und vermieden werden, dass äußere Einflüsse diese stören. Außerdem sollen ein günstiger Zustand wiederhergestellt und das Gebiet möglicherweise zur Sicherung des Flora- und Fauna-Bestandes ausgeweitet werden. Zur Erhaltung des gehölzarmen Moränenhügels gilt es, Verbuschung oder Bewaldung zu vermeiden, ebenso wie mit dem Lebensraum unverträgliche Nutzungsformen der Fläche.

Die Ausweisung von FFH-Gebieten erfolgt unter dem Programm Natura 2000 der EU, das es sich seit 1992 auf die Fahnen geschrieben hat, ein Netz aus besonderen Schutzgebieten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung aufzubauen. Darunter fallen auch Vogelschutzgebiete. Gerade der subpannonische Steppen-Trockenrasen, wie er in Dobberkau vorkommt, ist laut Dokumenten des MULE im Natura 2000-Netz unterrepräsentiert.

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