„Die Kunst, ein Konzept zu finden“

In einem weißen Umschlag überreichte Alexandra Tinneberg (r.) die Unterschriftenliste an Edith Braun. Fotos (2): Lange

Bismark. „Alle drei Schulen haben es verdient, erhalten zu bleiben“, sagte Edith Braun, Vorsitzende des Schul-, Sport- und Kulturausschusses, am Dienstagabend in der Bismarker Sekundarschule.

Grund für den Besuch war der vom Stadtrat gefasste Entschluss vom 6. April, wonach die Einheitsgemeinde die drei Standorte trotz der Brandschutzbestimmungen des Landes weiter betreiben zu wollen. Zweiter Fluchtweg und Brandschutztüren werden in Schinne und Dobberkau eingebaut, Bismark ist gleich so saniert worden. Doch für Aufregung unter den Eltern, vor allem bei denen aus Meßdorf, sorgte die eventuell anstehende Änderung der Schuleinzugsgebiete. Drei Versionen liegen den Stadträten vor, eine davon ist die Einschulung der Meßdorfer in Dobberkau. „Doch die Meßdorfer haben ein Problem damit“, erklärte Alexandra Tinneberg, Mitglied im Vorstand des Bismarker Grundschulfördervereins, dem Ausschuss. Sie überreichte, stellvertretend für betroffene Eltern und Ortschaftsrat, eine Unterschriftensammlung gegen den neuen Schuleinzug. Die Annehmbarkeiten der modernen Bismarker Schule wollen sie behalten und außerdem hätten die Kinder längere Wege zur Schule. Doch noch läge kein entsprechender Antrag an den Kreistag vor, so Braun, allerdings werden die Vorschläge gemeinsam mit der Bismarker Verwaltung besprochen.

Vorher hatten sich alle Mitglieder auf eine Tour durch die drei Grundschulen der Einheitsgemeinde Bismark begeben, auf Einladung von Verena Schlüsselburg. Schinnes Schulleiterin Marion Seider unterstrich als Erste die Vorzüge ihrer Schule und führte die Besucher durch das 1967 erbaute und in den vergangenen drei Jahren sanierte Haus. 93 Schüler lernen heute in dem Gebäude, 19 werden im Sommer eingeschult. Doch sinkende Schülerzahlen sind vorprogrammiert, weil Uenglingens Kinder ab da nach Stendal müssen. „Ein großes Kompliment an Frau Seider, früher war es keine schöne Dorfschule, aber heute ist es eine“, so Braun. Aber auch Dobberkau mit seinen 52 Schülern wusste durch Grünanlagencharme und kleine Klassen zu überzeugen. Auch die nahe Turn- und Kegelhalle und der Entspannungsraum sprachen für die ländliche Schule.

Sehr modern präsentierte sich die frisch sanierte Bismarker Grundschule. 170 Schüler profitieren von digitalen Unterrichtsmaterialien, einer interaktiven Tafel und integrativem Unterricht. „Diese Schule ist altmarkweit am weitesten im EU-Schulförderprogramm“, erklärte Ausschussmitglied Ralf Berlin. Während der Sitzung wurde über die Möglichkeiten der dreifachen Schulerhaltung diskutiert, eine vernünftige Lösung müsse her, keine Schnellschüsse, so Braun. Kreistagsmitglied Frank Wiese brachte es auf den Punkt: „Wir kriegen keine jungen Leute her, wenn wir keine Infrastruktur haben.“ Außerdem solle eine oft bevorteilte Stadt wie Stendal „nicht den ländlichen Raum und insbesondere die Kinder mit Füßen treten“, machte er deutlich. „Die Kunst, ein Konzept zu finden“ läge nun in den Händen von Kreistag und Einheitsgemeinde-Verwaltung.

Von Bianca Lange

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare