Neue Leiterin ab August

Demokratie-Filmprojekt im Bismarker Freizeittreff

Die Teilnehmer sitzen in einer Runde und schauen sich den Film an.
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Zum Auftakt des Demokratie-Filmprojektes im Bismarker Kinder- und Jugendfreizeitzentrum sehen sich die neun Teilnehmer den Animationsfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“ an.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (JFZ) in Bismark ist derzeit einiges los. Neben einem zurzeit laufenden Demokratie-Filmprojekt stehen Personalwechsel an.

Bismark - Ab dem 1. August soll Tessa Paul, die bisher die Mobile Jugendarbeit (Mo-Bi) in der Einheitsgemeinde übernahm, die neue Leiterin des JFZ werden.

Julian Reinecke, Teamleiter des Trägers Internationaler Bund (IB) und zuständig für das Bismarker Freizeitzentrum, sprach mit der AZ über das Filmprojekt und die personellen Veränderungen. Mathias Lenz, der zwischendurch die Leitung in Bismark übernommen hatte, höre aus privaten Gründen auf. Auch Aushilfe Niclas Schmundt arbeitet nicht mehr im JFZ, ihn zog es nach Berlin. Die Frage, ob Paul sich selbst für den neu vakanten Posten gemeldet habe, kann Reinecke bejahen: „Sie wollte das.“ Eine Stelle als Erzieher im JFZ sei nun ausgeschrieben. Die Mobile Jugendarbeit ist dann ab August vorerst unbesetzt.

Unter dem Titel „Demokratie damals, Demokratie heute“ beschäftigen sich seit zwei Wochen neun Jugendliche in drei Gruppen mit dem Filmprojekt, dessen Ergebnis Kurzfilme werden sollen. „Wir hätten gern mehr Mädchen, sind aber schon froh, ein paar dafür begeistert zu haben“, berichtet Reinecke. Mädchen scheinen nach seiner Erfahrung weniger interessiert an dem Demokratie-Thema.

Mit hauseigenen neuen Tablets geht es dann ans Werk. Die Kinder entwickeln selbst Ideen für ihre Kurzfilme.

Wie berichtet, beschäftigen sich die Teilnehmer aus Bismark und Umgebung über mehrere Wochen mit dem Demokratie-Verständnis in der DDR und heute. „Das Projekt wird gemeinsam mit dem Verein KinderStärken koordiniert“, erklärt der Teamleiter den Hintergrund näher.

Der Verein habe Projekte für bis zu 2500 Euro ausgeschrieben, was die JFZ-Mitarbeiter erst auf die Idee brachte. „Es ist immer schön, etwas gratis für die Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Und wir dachten uns, wenn ein Tablet im JFZ liegt, wollen die Kinder was damit machen.“ So konnten von dem Geld gleich Tablets finanziert und für das Projekt eingesetzt werden.

„Das funktioniert super.“ Eine Idee war, dass die zehn- bis zwölfjährigen Kinder ihre Eltern und Großeltern zum Leben in der DDR interviewen, aber ihnen werde freie Hand gelassen, wie Reinecke erzählt. „Sie sind gleich ins Thema eingestiegen, das hat uns gewundert.“ Die Umsetzung in den Gruppen sehe sehr unterschiedlich aus, von Interviews bis zur Erklärung von Begrifflichkeiten. „Die älteren Kinder hatten das Thema in der Schule und haben sich gegenseitig Begriffe wie Stasi erklärt.“

Neben den regelmäßigen Treffen der Gruppen sind auch zwei Ausflüge geplant: eine Führung mit einem Experten über die Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ in Marienborn sowie ein Besuch des Bundestages in Berlin. Ende August plant das JFZ eine Vorführung der vier- bis fünfminütigen Kurzfilme mit den Eltern. „Vielleicht mit einem Sommerfest, je nach Corona-Lage.“

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