Bauamtsleiter kritisiert: Privatunternehmen denken zu sehr ans Geld

Erster Bismarker ZBA-Knotenpunkt gesetzt

Der „Point of Presence“ dreht am Kran hängend sich seitwärts. Zwei Bauarbeiter halten ihn in Stellung.
+
Der „Point of Presence“ dreht sich seitwärts, während der Kran ihn über die Büsche an der Darnewitzer Dorfstraße hebt. Es muss angepackt und gegengesteuert werden.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
    schließen

Der Himmel zeigte sich verhangen und es war windig, als die Arbeiter des Zweckverbands Breitband Altmark (ZBA) sich am Mittwochmorgen daran machten, den Breitband-Knotenpunkt auf dem grünen Dreieck an der Dorfstraße in Darnewitz aufzustellen.

Darnewitz - Immerhin kam dem Termin kein Regen dazwischen. Im Namen der Einheitsgemeinde wohnte Bauamtsleiter Erik Dähne dem Ereignis bei, um sicher zu gehen, dass alles glatt lief.

„Es wird endlich was gemacht“, kommentierte er das Geschehen gegenüber der AZ. Es seien Fortschritte sichtbar und bald könnten mehr Haushalte mit einer schnelleren Internetverbindung versorgt werden. Dennoch kritisierte der Bauamtsleiter auch die Vorgehensweise. Bis jetzt habe es lange gedauert. Lange vor der Umsetzung müssen bauliche Pläne vorbereitet und Fördergelder beantragt werden.

Natürlich muss geprüft werden, dass alles gerade steht, bevor die Haken des Krans gelöst werden können.

Außen vor bei den Planungen des ZBA blieben Teile der größeren Ortschaften der Einheitsgemeinde – Bismark, Kläden, Schinne und Meßdorf. Dort seien zuvor schon schnellere Anschlüsse vorhanden gewesen, die Telekommunikationsunternehmen eingerichtet hatten. Deshalb wurde ein Ausbau mit dem ZBA nicht gefördert. Aber auch da ist Breitband gewünscht. „Die sehen bei uns keinen Profit“, beschwert sich Dähne über die privaten Unternehmen, die so nur Teile der größten Ortschaften ausgestattet hatten. Immerhin sollen auch diese Flecken nun dank eines Kooperationsvertrages mit DNS:NET abgedeckt werden.

Das fehlende oder sehr langsame Internet im Raum Bismark vergrault mögliche zukünftige Nachbarn, findet Dähne. Schnelles Internet im eigenen Haus sei essenziell, selbst ohne Blick aufs Home Office. Ähnliche Probleme nimmt er beim Funk für Handys wahr.

Bauamtsleiter Erik Dähne (l.) und Vertreter des Zweckverbands Breitband Altmark sowie der Baufirmen freuen sich über die Aufstellung des Knotenpunktes.

Mit dem sogenannten „Point of Presence“ (PoP) in Darnewitz und jenem in Badingen, der in zwei Wochen aufgestellt werden soll, werden die über den ZBA geförderten Anschlüsse mit dem gesamten Breitband-Netz verbunden. Bei den Knotenpunkten handelt es sich um Server, die zumeist – wie in Darnewitz zu sehen – bereits in einem ganzen Gebäude angeliefert und so schnell aufgestellt werden können.

Wann genau es tatsächlich das schnelle Internet für Bismarker Bürger geben wird, ist noch nicht ganz klar. Andreas Kluge, Verbandsgeschäftsführer des ZBA, erklärte beim offiziellen Spatenstich in Steinfeld Anfang August, dass mit Mitte 2022 gerechnet werde. „Wir hoffen natürlich, dass es früher klappt“, betonte er aber auch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare