Abschluss des Projektes „Bleib locker“ in der Grundschule in Bismark

Damit die Stresswaage nicht zu sehr ausschlägt

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Stephanie Bemmann wertete gestern mit den Drittklässlern noch einmal die Merkmale des Projektes aus.

Bismark. Kinder reagieren anders auf Stress. Körperlich. Dagegen will Stephanie Bemmann etwas tun und hat bei der Bismarker Grundschule offene Türen eingerannt, wie sie selber sagt. Gestern fand die Abschlussveranstaltung statt.

Acht Wochen des Projektes „Bleib locker“ liegen hinter den beiden dritten Klassen der Grundschule. Wöchentlich eineinhalb Stunden war die freiberufliche Psychologin bei den 30 Jungen und Mädchen, die in vier Gruppen aufgeteilt wurden. „Nur so konnte man sich mit allen unterhalten und jeden einbeziehen. Da konnte sich keiner verstecken“, erklärte Bemmann. Die Kinder hier seien natürlich noch nicht krank, aber ihr Stundenplan, die Hausaufgaben und die Hobbys lassen ihnen meist kaum Freiraum.

Dann kann sich Stress körperlich mit Kopf- und Bauchschmerzen oder Konzentrationsstörungen äußern, deren Ursachen sich die Eltern oftmals nicht erklären können. Am effektivsten ist das von der Techniker Krankenkasse finanzierte Projekt „Bleib locker“ in der dritten Klasse. Früher geht es nicht, weil eine gewisse Lesefähigkeit vorhanden sein muss, und in der vierten Klasse haben die Schüler meist schon andere Probleme, beispielsweise dass sie gute Noten fürs Gymnasium brauchen oder sich überlegen müssen, welche Schule sie ab der fünften Klasse besuchen wollen. Da können die Kinder dann schon die gelernten Maßnahmen zur Stressbewältigung selber anwenden. Das tun sie ohnehin jetzt schon. „Es ist erstaunlich, wie oft ich jetzt auf dem Schulhof schon die Worte bleib locker höre“, freut sich Bemmann. Auch sollte das Wort Stress ein Gesicht bekommen, mit dem die Kinder umgehen lernten und dem etwas angenehmes entgegensetzten. „Stress ist ja nicht immer negativ. Er macht aufmerksam und aufgeregt vor einer Klassenarbeit. Aber eine Klassenarbeit sollte uns keine Angst machen.“ Spielerisch erlebten die Jungen und Mädchen in Rollenspielen und Fallgeschichten alltägliche Situationen und den richtigen Umgang mit ihnen, etwa mit schlechten Noten oder Streitereien. Gestern durften sie sich kreativ an die vergangenen acht Wochen erinnern und natürlich auch zeigen, wie sie sich auf einer Skala von eins bis fünf fühlen, so wie zu Beginn jeder Stunde. Dass einige dieses Mal auf fünf und vier gelandet waren, lag vor allem daran, dass sie Stephanie Bemmann nun zum letzten Mal sahen.

Besonders eingebunden waren auch Eltern und Lehrer in den Ablauf des Projektes. Bei der Versammlung im Vorfeld waren 20 Eltern gekommen, um sich zu informieren, was auf die zukommt. Und auch die Lehrer waren wieder bei den eineinhalb Stunden dabei. Schließlich sei das Gelernte auch kompatibel mit den Unterrichtsinhalten. Und in den Gängen ertönt nun immer wieder: „Bleib doch mal locker!“

Von Bianca Lange

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