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Klädener Carnevalsverein: Chronik ist zum 35. Geburtstag fertig

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Von: Lisa Maria Krause

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Völtzke steht mit der Chronik in einer Hand und einer Ehrenmedaille in der anderen in seinem Wohnzimmer. Im Hintergrund ist ein Tisch mit weiteren Medaillen zu sehen.
Der ehemalige Präsident des „Klädener Carnevalsvereins“, John „Jonny“ Völtzke, zeigt der AZ die Chronik und alte Medaillen. Sein traditionelles Jackett will er aus Respekt anderen Karnevalisten gegenüber lieber nicht anziehen. © Lisa Maria Krause

Eigentlich wäre der Klädener Karneval in diesem Frühjahr 35 Jahre alt geworden, von einem Jubiläumstreffen unter dem Motto „Kloen – Mok met!“ fehlt aber jede Spur. Dennoch erinnert sich der ehemalige Präsident John „Jonny“ Völtzke gern mit der AZ zurück.

Kläden - Besonders, weil nun die fertige Chronik zum drin Schwelgen vorliegt. Eigentlich wäre der „Klädener Carnevalsverein“ (KCV) sogar 55 Jahre alt, will „Jonny“ betonen.

Die erste Veranstaltung damals noch in der Gaststätte – das Gebäude gibt es heute nicht mehr – wurde 1957 organisiert. „Das waren fast 80 Mitwirkende, das halbe Dorf hat mitgemacht“, erzählt der Präsident. Damals und bis zur ersten Auflösung 1968 hätte Hans-Joachim Seidenschnur die Moderation übernommen. Der Saal wurde dann aber baupolitisch gesperrt, wie Völtzke es ausdrückt.

Der KCV war nie ein eingetragener Verein

Eine richtige Auflösung war es sowohl 1968 als auch vor etwa zehn Jahren eigentlich nicht. Denn: „Wir waren nie ein angemeldeter Verein.“ Die Karnevalisten waren als Teil anderer Vereine eingebunden, unter anderem im Dorfclub und dem Media-Kulturkreis.

Seidenschnur war derjenige, der neuen Schwung in den Klädener Karneval brachte. So hatte er 1986 die Idee, alle ehemaligen Narren einzuladen, was die zweite Glanzzeit einläutete. Mitglieder des Dorfclubs – dazu gehört auch „Jonny“ – tanzten Schwanensee.

Die Hochzeit des Vereins lag laut Völtzke zwischen 1990 und 2005. „Wir hatten über 40 Mitglieder und Jahre mit 13 oder zwölf Veranstaltungen.“ Zwar hätten die Eröffnungs- und Abschlussfeiern immer in Kläden stattgefunden – nun im Saal im Obergeschoss der heutigen Suppenmanufaktur – aber die Karnevalisten seien auch weiter weg gereist. Büste und Grassau, aber auch Möringen, Insel und Heiligenfelde nennt der Präsident.

Eine aufgeschlagene Seite der Chronik. Eine Hand zeigt auf Bilder von Heino Wenner.
„Jonny“ freut sich, wie viele Bilder von den bunten Zeiten der Klädener Narren zeugen. © Lisa Maria Krause

Ihre Auftritte hätten die Neugründungen von Karnevalsvereinen in Büste und Querstedt angestoßen. „Ein viertel Jahr konntest du maximal noch zur Arbeit gehen und dann war’s das“, beschreibt „Jonny“, wie viel in den ersten Monaten jedes Jahres los war. „Zweieinhalb Stunden waren nüscht. Alle waren zu dem Zeitpunkt sehr, sehr engagiert.“ Eigentlicher Feierabend ist traditionell der Rosenmontag, der immer mal anders liegt.

„Jonny“: Narrenzeit gehört in das Frühjahr

Wie der Klädener Karnevalist über andere Narren denkt, die kommenden Sommer nachfeiern wollen? „Davon halte ich nichts“, sagt Völtzke. Schließlich werde auch Weihnachten nicht im Sommer nachgeholt, nur weil jemand krank war. Karneval gehört für ihn einfach ins Frühjahr, wo die Tradition vom Vertreiben des Winters auch herkommt.

Der stetige Aufwand, sinkende Mitgliederzahlen und Probleme mit dem Saal waren schließlich der Grund, warum sich der Klädener Karneval langsam verlief. „Es hat nicht mehr so richtig gepasst.“ Auch sanken die Zuschauerzahlen. Eine Weile machte der Verein im Gerätehaus der Feuerwehr weiter und zum 25. Jubiläum 2012 wurde noch einmal richtig auf die Pauke gehauen. Danach ging die Luft aus. 2014 gab es keinen Seniorenkarneval mehr. „Da war auch noch nicht klar, dass nächstes Jahr nicht gemacht wird.“

So richtig trauert Völtzke der Zeit nicht hinterher. Vielmehr sieht er es als einen „wunderschönen Rückblick auf einen Lebensabschnitt“. „Da muss man irgendwann mal loslassen können.“ Nach einem Alleinstellungsmerkmal der Klädener Narren gefragt, nennt „Jonny“ als Erstes, dass jedes Jahr ein neues Lied geschrieben und einstudiert wurde, immer passend zur Zeit und zum Ort.

„Der Zusammenhalt, der war auch sehr schön.“ Oft seien ganze Klädener Familien eingebunden gewesen.

Viele Mitglieder brachten sich groß ein

Ganz besonders erinnern will „Jonny“ an all die tollen Mitglieder und nennt auch Beispiele: Heino Wenner hat vielerlei Fernsehleute parodiert. „Das war immer Kult.“ Gerhard „Gerdi“ Wichmann und Karl-Otto Klaus waren für ihre Büttenreden bekannt. Auch Manuela Ludwig sei sehr engagiert gewesen und hätte Persönlichkeiten wie Antonia aus Tirol und Cindy aus Marzahn hops genommen. „Das war wie echt“, beschreibt es der Präsident.

Auch Karina Jaster und Monique Beese will er nicht ungenannt lassen, denn sie hätten sich besonders um den Kinderkarneval und die Tanzmädels gekümmert. Seine Frau Grit Völtzke kümmerte sich um die Technik.

Besonders betont „Jonny“ zuletzt all die Arbeit, die Ursula „Uschi“ Klaus in die Chronik – zusammengefasst in vier Ordnern – gesteckt hat. Viele bunte Bilder mit Sprechblasen zeugen von der Hochzeit der Klädener Spaßmacher. „Da steckt sehr, sehr viel Arbeit drinne“, sagt der Präsident und spricht ihr ein großes Lob aus.

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