Ein Angebot für Touristen in 20 Ortschaften

Caravanplatz Bismark bleibt allein in der Spur

Ein Wohnmobil steht auf dem Stellplatz am Kolk in Bismark.
+
Die Stellplätze für Reisemobil und Wohnwagen liegen ziemlich idyllisch in Sichtweite des Kolks. Das Angebot kann unter Einhaltung der aktuellen Corona-Spielregeln genutzt werden. Die Einheitsgemeinde Bismark will schon seit einiger Zeit touristisch zulegen. Der Caravanplatz soll dabei ein kleiner feiner Baustein sein.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
    schließen

Der Caravanplatz am Kolk in Bismark bleibt das einzige Angebot dieser Art für Touristen in der gesamten Einheitsgemeinde. Das Gelände hat sich nach Startschwierigkeiten inzwischen etabliert. Die Stadt zeigt sich zufrieden.

Bismark – Der Caravanstellplatz am Kolk in Bismark soll das einzige Angebot dieser Art in der Einheitsgemeinde bleiben, jedenfalls momentan. Flächen für Urlaubsreisende etwa am Waldbad in Möllenbeck (Dobberkau) oder an anderen Stellen in den 20 Ortschaften anzulegen, eine Initiative dafür existiert nicht. „Derzeitig gibt es keine Planungen, weitere Stellplätze anzubieten beziehungsweise zu errichten“, bringt es Bürgermeisterin Annegret Schwarz auf den Punkt. Das bedeutet auch: Am Kolk bleibt es bei den drei Stellflächen. Seit Jahren boomt der Urlaub mit Wohnmobil und Caravan (ohne eigenen Antrieb), die altmärkische Kommune möchte sich erklärtermaßen ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Gelände keine Nullnummer mehr

Der Platz liegt direkt am Kolk, etwas versetzt zur Badeanstalt. Nebenan kann auch einmal ein Angler sitzen. Manch Einheimischer hält das Gewässer für den idyllischsten Ort weit und breit. Die Stadt bietet die drei Stellflächen in dieser Form seit 2014 an. Anfangs mitunter sogar noch eine Nullnummer gewesen, kam der Durchbruch mit 19 Besuchern im Jahre 2019. Für das Jahr darauf zählte das Rathaus sogar 67 Besucher. Inwieweit Corona und all die Besonderheiten eine Rolle spielten und auch noch spielen, lässt sich schwer sagen. Dass sich der positive Trend, so oder so, fortsetzt, ist nicht auszuschließen. Der erste Besucher am Kolk 2021 war Ende Mai da und kam aus dem Havelland.

Bismark liegt abseits der ganz großen Straßen und Touristenzentren. Der Caravanplatz in unmittelbarer Nähe zur Badeanstalt soll sich auch nicht unbedingt mit einem Campingplatz vergleichen lassen. Er passt ins Konzept, nicht mehr und nicht weniger. Das wird regelmäßig betont. Zur Erinnerung: Das Freibad stand auf der Kippe, es drohte das Aus. Über das Leader-Programm wurde es aufgewertet. Arbeiter hatten nicht zuletzt den Sanitärbereich, die Umkleide und den Eingangsbereich auf dem Zettel. Um den „Tourismusbonus“ zu erhalten, sollte ein Caravanplatz mit Strom und Abwasseranschluss auf dem Gelände her. Zur Badesaison war 2013 alles vollendet.

Erster Nutzer 2021 aus dem Havelland

170.000 Euro wurden in den Umbau des Bades gesteckt, davon waren 97.000 Euro Fördergeld. 10.000 Euro sind allein in den Caravanplatz investiert worden. „Dieses Jahr wurde im Bereich der Stellplätze keine Investition getätigt und es ist auch keine geplant“, lässt Schwarz (CDU) auf Nachfrage der AZ weiter wissen. Im Grunde ist der Caravanplatz nicht an die Badesaison gekoppelt, er kann von März bis Oktober genutzt werden. Die Stadt lässt ihn auf ihrer Internetseite aufführen. Inwieweit eine fertige Altmark-Autobahn noch einmal für ein neues Plus führen kann, bleibt abzuwarten. Schon jetzt kämen die Nutzer aus allen Teilen Deutschlands und auch aus europäischen Nachbarländern.

Bismarker Areal ohne weitere Investition

Ein Angebot wie das Bismarker sei sicherlich überschaubar und habe dennoch Klasse. „Es zeigt den Besuchern die Vorzüge des ländlichen Raumes, da man abseits von großen Campingplätzen oder touristischen Hochburgen wohl am besten die Seele baumeln lassen kann.“ Das Stadtoberhaupt hofft, dass die Corona-Fallzahlen nicht wieder ansteigen und somit die Bäder geöffnet blieben und Urlauber auf dem Caravanplatz Station machen können. „Ich glaube und hoffe, dass viele Menschen die Schönheit der Altmark entdecken.“ Pro Stellplatz sind übrigens je angefangene 24 Stunden zwölf Euro zu bezahlen. Hinzu kommen noch die Kosten für Strom und Wasser.

Und noch einmal für Zahlenfreunde zurück zur Statistik. Für 2018 meldet die Stadt vier Besucher, für 2019 besagte 19 und für 2020 die 67. Im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung hier noch von Belegungstagen gesprochen. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten lassen sich auf die Schnelle nicht klären. Im ersten richtigen Nutzungsjahr 2014 war der Platz gerade einmal an sechs Tagen belegt, 2015 an drei, hieß es. 2016 ist eine Nullnummer gewesen, niemand kam. Für 2017 war von sechs Belegungstagen die Rede. Fahrzeuge und Besucher wurden offenbar nicht durchgehend gleich gezählt, gewertet und aufgelistet. Unterm Strich sieht das Rathaus den Platz am Kolk in der Erfolgsspur.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare