Problem besteht seit Langem

Steinfelder Bushaltestelle: Ämter schieben einander Verantwortung zu

Eine Frau steht auf Höhe der Bushaltestelle in Steinfeld und wartet darauf, mit ihrem Kind die Straße überqueren zu können.
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Gleich da, wo aus der einen Richtung die Tempo-30-Zone beginnt, wird aus der anderen Richtung dazu aufgerufen, auf Kinder zu achten. Die Steinfelder sehen ein Problem dort, wo die Ämter nicht zuständig sein wollen.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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„Seltsamer und seltsamer“, sprach Alice, als sie Wunderland erkundete. Nicht ganz unähnlich klingt es bei der Problematik um die Bushaltestelle in Steinfeld heraus.

Steinfeld - Denn für die Sicherheit der Schulkinder vor Ort scheint sich kein Amt so richtig verantwortlich zu fühlen. Ortsbürgermeisterin Kordula Stephan zeigt sich verärgert darüber.

Wie Meike Portius, Leiterin des Regionalbereichs Nord der Landesstraßenbaubehörde (LSBB), auf AZ-Anfrage mitteilte, sei sie erst seit Juni dieses Jahres im Amt und habe auf Rückfrage bei ihren Kollegen nicht heraushören können, dass der Sachverhalt bekannt sei. Die Behörde sei vornehmlich für den Bau zuständig, das Verkehrsamt des Landkreises müsste Markierungen und Beschilderungen anordnen.

„Aus meiner Rechtsauffassung heraus wäre es daher so, dass die Gemeinde ihre Bedenken bei der Verkehrsbehörde des Landkreises vortragen müsste und der Landkreis den Antrag prüft und sofern ein Erfordernis gesehen wird, verkehrsrechtlich etwas anordnet“, erläutert Portius. Bei Fragen und Anordnungen des Landkreises würde dann die LSBB die baulichen Maßnahmen umsetzen. Auf Rückfrage beim Landkreis verwies Pressesprecherin Angela Vogel nur zurück auf ihre vorherige Antwort, wonach die Gemeinde die Sicherheitsprobleme bei der LSBB oder der Straßenverkehrsbehörde melden müsste. Eine AZ-Anfrage bei Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark, läuft.

„Wir haben immer wieder Anfragen gestellt und wurden immer abgewiesen“, empört sich Stephan über diese Antworten. Anscheinend ist das Problem schon länger im Umlauf. Die Ortsbürgermeisterin habe nun bei der Verwaltung der Einheitsgemeinde angefragt, an wen sie sich noch wenden könnten, wer zuständig ist.

„Alle anderen sind ausgegrenzt wegen des Autobahnzubringers, nur wir nicht. Wir brauchen mehr Sicherheit“, betont Stephan erneut. Wie berichtet, haben die meisten Ortschaften entlang der Landesstraße 15 verkehrsberuhigte Bereiche rund um ihre Bushaltestellen. In Kläden gibt es zum Beispiel einen Fußgängerüberweg. Im Hinblick auf die zukünftige A-14-Auffahrt zwischen Uenglingen und Schernikau macht die Ortsbürgermeisterin sich große Sorgen um noch mehr Verkehr auf der Strecke.

Bereits Anfang Oktober hatte die AZ von den Sorgen berichtet, die sich die Steinfelder Anwohner um die Kinder an der Bushaltestelle machen, die mitten in einer S-Kurve innerorts liegt. Für beide Kurven gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30, dazwischen werde aber oft beschleunigt, erklärte Stephan.

Besonders die Sicherheit beim Überqueren der Straße sehen die Bürger nicht als gegeben an. Sie wünschen sich einen Fußgängerüberweg. Der Landkreis Stendal sowie das Landesverkehrsministerium in Magdeburg wiesen die Verantwortung zurück.

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