Schwarz schließt Wechsel in Bundespolitik nicht aus

Bismarks Bürgermeisterin hält sich Berlin warm

Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz steht in ihrem Büro im Rathaus.
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Annegret Schwarz wurde 2016 ins Bismarker Rathaus gewählt, die Hälfte der Amtszeit ist rum. Ob sie für Berlin irgendwann ihre Sachen packt, bleibt abzuwarten.
  • Marco Hertzfeld
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Annegret Schwarz dürfte zu den einflussreichsten Mitgliedern mindestens in der ostaltmärkischen CDU gehören. Eine Hintertür nach Berlin in die Bundespolitik lässt sich die Bismarker Bürgermeisterin offen.

Bismark – Aus dem Bismarker Rathaus direkt in den Landtag? Annegret Schwarz lächelt milde und winkt ab. „Das ist für mich nie wirklich ein Thema gewesen.“ Und der Bundestag? Die Bürgermeisterin lacht auf und wirkt leicht verlegen. „Über diesen Weg habe ich schon einmal nachgedacht, zumindest kurzzeitig. Ich weiß nur nicht, ob ich mich in Berlin tatsächlich wohlfühlen würde.“ Die Gedankenspiele stehen der Christdemokratin in dem Moment regelrecht ins Gesicht geschrieben. In welchem Maße ihre Partei davon weiß, darüber kann an dieser Stelle nur gemutmaßt werden. Die Messen für die Urnengänge 2021 sind längst gesungen, der Landtag wird am 6. Juni gewählt, der Bundestag am 26. September.

CDU-Frau mit recht großer Hausmacht

Die CDU schickt mit Uwe Harms wieder einen Mann und einen Westaltmärker ins Rennen um das Direktmandat der Region. Theoretisch hätte auch Vielbaumerin Schwarz um die Nachfolge von Parteifreund Eckhard Gnodtke kämpfen können, praktisch führt sie erst einmal weiterhin das Zepter in der Stadtverwaltung. Um es klipp und klar zu sagen und die 55-Jährige will es noch einmal unterstrichen wissen: „Ich bin mit Leib und Seele Bürgermeisterin, es ist Berufung und nicht allein Beruf.“ Und doch will die gebürtige Altmärkerin im AZ-Gespräch einen Wechsel in die Bundespolitik irgendwann später nicht ausschließen. „Wer weiß denn schon, was einem das Leben so beschert.“

Mit Kandidatur bereits geliebäugelt

2016 wurde Schwarz für sieben Jahre zur Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde gewählt. Ihren Hut für eine weitere Amtsperiode hat sie bereits in den Ring geworfen. „Ich bin hier noch nicht fertig und habe noch einiges an Themen auf dem Zettel“, versichert sie. Beim Breitbandausbau sollen weiße Flecken verschwinden, mitunter auch ohne den regionalen Zweckverband. „Wir führen erste Gespräche und sind optimistisch.“ Im Zuge des Streckenausbaus sollen in Kläden Bahnübergänge wegfallen, Stichwort: Ortsumfahrt. „Wir sind dort auf einem richtig guten Weg.“ Bewegung gebe es auch beim lang ersehnten Radwegebau zwischen Bismark und Kalbe. „Hier kann ich schon bald mehr sagen.“

Bürgermeisteramt derzeit im Fokus

Die Bürgermeisterin gilt als starke Frau in der Partei, mit gutem Draht zur Kreisführung und nach Magdeburg. Der Wahlskandal der Parteifreunde in Stendal von 2014 scheint die Beisitzerin im Kreisvorstand nicht großartig berührt zu haben. Im Sommer 2019 wurde Schwarz zur Kreistagsvorsitzenden gewählt. „In Bismark bin ich längst angekommen.“ Sie war dort vor ihrer Wahl jahrelang Hauptamtsleiterin. „Wir brauchen Wohngebiete, gerade für junge Familien. Der Durchgangsverkehr in Bismark muss weniger werden, dann können wir auch die Einkaufsmeile besser entwickeln, eine Ortsumfahrung braucht aber noch Zeit. Und ja, auch der Lückenschluss für Radler zwischen Kläden und Bismark soll irgendwann erreicht sein.“ Welche Ziele es darüber hinaus gibt, wird sich zeigen.

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