Marlis Hagen aus Hohenwulsch sammelt Zinnteller und Kaffeekannen

Bürgersilber mit Motiven im Flur verteilt

+
An den Wänden im Flur hängen die Zinnteller, die Marlis Hagen auch oft auf Trödelmärkten findet. Dazwischen hängt sie andere dekorative Elemente.

Hohenwulsch. Ein Steckenpferd mit zwei handfesten Auslösern führte dazu, dass Marlis Hagen aus Hohenwulsch regelrecht vernarrt ist in das Sammeln von Kaffeekannen aus Porzellan und Metall sowie von Zinntellern mit speziellen Motiven.

Sie selbst sagt dazu: „Das Sammeln entwickelte sich zu einer furchtbaren Leidenschaft, die mich glücklich macht. “.

Für das Sammeln von Zinntellern und Kaffeekannen ist nicht unbedingt der Wert der Unikate ausschlaggebend, sondern viel mehr die Schönheit, die aparten Muster, floralen Dekors, die Formen und vor allem die Intaktheit. Sind diese Faktoren erfüllt, lassen sie das Herz der Hohenwulscherin höher schlagen. Ihre Schätze findet sie ausschließlich auf Trödelmärkten. Der Preis müsse machbar sein, gehandelt werde nicht. Hat sie dann ein schönes Stück gefunden, mache sie das immer wieder aufs Neue glücklich.

Beim Besuch der Trödelmärkte hat sich bei Marlis Hagen eine gewisse Sensibilität und Professionalität entwickelt. Sie zeigt auf einige Zinnteller, die sie in der Vergangenheit erworben hat. An diesen Unikaten nagte der Zahn der Zeit, denn sie weisen einige schwach lädierte Stellen auf, die sich nicht mehr beseitigen lassen.

An Gewicht und Farbe die Echtheit erkennen

Die leicht beschädigten Unikate insbesondere Zinnteller erhalten keinen Platz als sichtbare Ausstellungsstücke im Flur ihres Wohnhauses in Hohenwulsch, sondern werden in Schubladen aufbewahrt. Trennen mag sie sich trotzdem nicht von diesen Sammlerstücken, denn sie stellen für Marlis Hagen eine Lehre dar: „Aus Schaden wird man klug“. Das Sammeln von Zinntellern begann 2006 auf dem ersten Wiesenmarkt in Döllnitz. Schuld an dieser späteren Leidenschaft waren zwei auf Zinntellern abgedruckte Pferdeköpfe. Die Liebe und Zuneigung zu Pferden und der ehemalige Beruf in der Landwirtschaft führten dazu, dass aus den beiden Pferdekopf-Zinntellern bereits eine stattliche Sammlung wurde. Auf der Suche nach Zinntellern haben sich im Laufe der Jahre zwei Richtungen der Sammelleidenschaft heraus kristallisiert. Jagdmotive mit entsprechenden Darstellungen, zu der auch Pferdeköpfe gehören, und Abdrücke von Gewerben wie Winzer, Gastwirtschaft und Bankgewerbe.

Das silbrig glänzende Metall, auch als „Bürgersilber“ bekannt, war als Werkstoff bereits im vorchristlichen Jahrhundert bekannt. Marlis Hagen kann an Gewicht und Farbe die Echtheit erkennen. Wichtig für sie ist auch, dass auf der Rückseite der Teller eine Krone eingraviert sein muß.

Zu Zinntellern

kommen Kaffeekannen

Eine andere Sammelleidenschaft ist bereits älteren Datums, denn sie entstand zu DDR-Zeiten. Da gab es An - und Verkaufsläden, die zum Herumstöbern einluden. Allerdings war da die Palette der gesammelten Unikate noch sehr umfangreich. Glas- und Porzellanerzeugnisse, farbige Gläser, Römer, altes Porzellan und natürlich Kaffeekannen lockten zum Erwerb. „In den An- und Verkaufsläden gab es sehr schöne Dinge und dazu noch preiswert“. Platzgründe und der Geldbeutel führten dazu, dass sie Anfang der 1990er Jahre das Sammeln von Kaffeekannen reduzierte. Dabei haben die mit Blumenmuster versehenen Exemplare Vorrang. Eine ganz besondere Zuneigung hat Hagen auch für ihre Hutschenreuther Kannen. Bei Porzellan- Kaffeekannen hat Hagen feststellen müssen, dass sich die vermehrte Verwendung von elektrischen Kaffeemaschinen auf die Nutzung der Kannen auswirkt. Sie erhält nun mehr Exemplare, die wegen Nichtgebrauch verschenkt werden.

Bei der Präsentation ihrer Sammlungsstücke legt Marlis Hagen großen Wert auf eine niveauvolle Gestaltung. Ein Ende dieser Sammelleidenschaft wird es wohl nicht geben, denn Marlis Hagen ist sich sicher: „Aufhören werde ich nie!“

Von Paul Schaper

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare