Christian Brandt kehrte in die Altmark zurück und gibt einmaliges Comeback

BomBa plant „Megaparty“

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Christian Brandt zeigte seiner siebenjährigen Tochter Alicia schon einmal, wie das mit dem Musik machen funktioniert – das Hauptarbeitsmittel ist ein Programm auf dem Laptop.

Bismark. Deejay BomBa alias Christian Brandt, bis 2001 gefeierter DJ bis über die Grenzen der Altmark hinaus, setzt sich im neuen Jahr kein alltägliches Ziel. Denn sein Bestreben ist es, am 21.

April mit einer „Megaparty“ noch einmal das zu schaffen, was von 1997 bis 2001 bei ihm zum Standard jeder Wochenendparty gehörte. Tausende von Menschen in einem Zelt zu unterhalten und mit seiner Musik bis zur Ekstase zu bringen. Um genau dies auch wirklich mit großen Schritten voranzutreiben, nutzt er alles, was ihm aus alten Tagen noch in den Sinn kommt. Und so geht der Bismarker jetzt auf Werbetour und gibt nebenbei einen Einblick in sein Leben und zu den Gründen, warum er überhaupt DJ geworden ist.

Christian Brandt hatte nicht nur Glück in diesem Geschäft der guten Partylaune und des Tanzfiebers. Nein, er musste auch mit Rückschlägen rechnen. Angefangen hatte der 1970 geborene Bismarker in der fünften Klasse bei einer Schülerdisco. Das, was zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur als Spaß gesehen war, brachte den früheren „Klassenclown“, wie er sich selbst bezeichnet, auf den Geschmack, mehr mit Musik zu machen. Auch wenn sich der Vater einer Tochter immer noch als unmusikalisch beschreibt, hört man im Hintergrund eine klare Widerrede von Mutter Annemarie. Sie gehört zu den Personen, die die früheren unvergesslichen Erlebnisse möglich gemacht haben und stärkt ihrem Sohn auch heute wieder den Rücken. „Auf sie ist Verlass. Meine Familie ist einfach meine größte Stütze, bei ihnen weiß ich wirklich, dass sie voll und ganz hinter mir stehen“, verrät Brandt im Gespräch mit der AZ.

Doch wie schon angemerkt ist die Vergangenheit nicht nur positiv, denn irgendeinen Grund musste es ja haben, dass diese Erfolgsserie der von Deejay BomBa ausgerichteten Partys 2001 ein abruptes Ende nimmt. Und so antwortet er sogleich: „Oh ja, das hat es. Es ging einfach nicht mehr. Wir mussten Insolvenz anmelden, da die Einnahmen die Kosten nicht mehr gedeckt haben.“ Wie es zu solchen Problemen kommen konnte, steht für ihn auch ohne Zweifel fest: „Irgendwann reichte der Kreis der Familie nicht mehr aus, um diese Shows zu stemmen, Fremde wurden mit rangezogen, es nahm ein zu großes Ausmaß an und man konnte nicht mehr alles kontrollieren. Irgendwer hat da wohl was in die eigene Tasche gesteckt.“

Doch Christian Brandt sagt auch: „Aus Fehlern lernt man. Das, was ich damals falsch gemacht habe, werde ich jetzt ändern. Den Getränkeausschank übernimmt jetzt beispielsweise jemand anders. Das sind Lasten, die somit von mir abfallen und weshalb ich mir keine Sorgen machen muss, rote Zahlen zu schreiben.“ Doch Brandt hat die letzten Jahre nicht einfach verstreichen lassen und ist der Musik treu geblieben. Von Deutschland nach Polen, in die Schweiz und bis nach Österreich hat es ihn getrieben. Letzteres wurde so auch für drei Jahre sein zu Hause. Nach einiger Zeit des Arbeitens in Graz nahm er seine ganze Familie mit in das Nachbarland. Kurz vor der Einschulung der kleinen Alicia kamen jedoch Zweifel bei dem gelernten Raumausstatter auf. Kurzerhand, aus Heimweh und aus Bildungsgründen, machte Brandt sich im Juni 2011 wieder auf den Weg nach Deutschland. „Ohne gute Kontakte und Unterstützung wäre alles dies jedoch so schnell und auf diese Art und Weise nicht möglich gewesen“, hält BomBa fest. Denn wieder konnte er auf seine Familie sowie auf Bekannte zählen. Gemeinsam packten alle an und verfrachteten die Möbel in das renovierungsbedürftige Haus, das in Bismark auf die Familie wartete. Wenig später konnte die kleine, nun siebenjährige Alicia schon die ehemalige Grundschule des DJs besuchen, die zu seiner Zeit noch Polytechnische Oberschule hieß.

Auf die Frage, wie es eigentlich zu der Idee kam, am 21. April die „Megaparty“ noch einmal zum Leben zu erwecken, antwortet der nun am Wochenende für Zürich arbeitende DJ: „Es fing damit an, dass ein alter Hit von mir bei Facebook gepostet wurde. Immer mehr Leute klickten den berühmten Button ,Gefällt mir’ und daraus ergab sich für mich der Satz: ,Leute, wenn ihr eine Gruppe gründet und ich wirklich sehe, dass Interesse besteht, denke ich darüber nach’.“ Wider Erwarten fanden sich binnen weniger Stunden mehrere hundert Leute zusammen, die immer wieder alte Songs hochgeladen haben und die damalige Zeit aufleben ließen. So gewann die einstige Alberei nun doch an Ernst und mittlerweile rührt Brandt ordentlich die Werbetrommel, denn auch wenn die Party, wie er immer wieder betonte „nicht aus wirtschaftlichen Gründen organisiert wird“, soll der Spaß doch ein Erfolg werden.

Von Sandra Pieper

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