Mitglieder des Sozialausschusses tagen / Thema: Brandschutz und Führerscheinerweiterung

Bismarks Ortswehren im Nachteil

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Das neue Löschfahrzeug von Berkau hat ein Gesamtgewicht von gerade einmal 5,5 Tonnen. Um in den Genuss von Landesfördermitteln für die Feuerwehrführerscheinerweiterung zu kommen, müsste das Fahrzeug mindesten 7,5 Tonnen schwer sein.

Bismark. Die Fortschreibung der Risikoanalyse steht dieses Jahr auf der Agenda der Bismarker Verwaltung, wie Marco Henschel, Leiter des Ordnungsamtes der Einheitsgemeinde Bismark, am Montagabend auf der Sitzung des Ausschusses für Ordnungs-, Sozial- und Familienangelegenheiten mitgeteilt hat.

Dazu gehört der Brandschutz. Hier lege die Verwaltung, so Henschel, ihr Augenmerk auf die Veränderungen im Fahrzeugbestand sowie auf die Löschwasserversorgung, die so gut es geht, unabhängig vom Trinkwassernetz sein soll. Hierfür wolle man überprüfen, wo künftig neue Löschwasserentnahmestellen eingerichtet werden können.

Zum Rahmen eines guten Brandschutzes gehört die Erweiterung des Feuerwehrführerscheins. Nach Angaben des Ordnungsamtsleiters fördere die Stadt Bismark mit einer Summe von rund 2250 Euro all jene Kameraden, die bereit sind, den Feuerwehr-Führerschein zu machen. Seit 2018 will Sachsen-Anhalt pro Einheitsgemeinde mindestens zwei Kameraden die Umschulung des Führerscheins von der Klasse B auf C1 oder CE ermöglichen. Dafür beteilige sich das Land mit einem Festbetrag von 1000 Euro pro Führerschein. Henschel weist allerdings darauf hin, dass die Förderung aus Magdeburg an Bedingungen geknüpft sei. „Dazu gehört, dass ein Führerschein Klasse B vorhanden ist, dass der Geförderte anschließend die Funktion eines Maschinisten übertragen bekommt und dass die Ortswehr, in der der Kamerad ist, ein Einsatzfahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens 7,5 Tonnen besitzen muss.“

Letztere Anforderung sei für Henschel etwas schwer zu erfüllen, denn viele Ortswehren in der Einheitsgemeinde seien mit kleineren Fahrzeugen ausgestattet. Das neue Löschfahrzeug von Berkau verfüge beispielsweise über ein zulässiges Gesamtgewicht von nur 5,5 Tonnen.

Hinzu komme, dass Kameraden, die ihren Führerschein nach dem 1. Januar 1999 erworben haben, berechtigt sind, ein Fahrzeug bis zu einer Gewichtsklasse von höchstens 3,5 Tonnen zu fahren. Eine Führerscheinerweiterung sei daher unumgänglich. Die Verwaltung habe nun ein Schreiben an das Land verfasst, um auf die Problematik hinzuweisen. „Das Problem ist dem Landkreis ebenfalls bekannt. Jetzt müssen wir schauen, ob sich die Förderpraxis den Gegebenheiten anpasst“, meint Bismarks Ordnungsamtsleiter.

Feuerwehrmänner und- frauen, die bisher eine Fahrzeugscheinerweiterung absolviert haben, mussten – trotz der Förderung durch die Stadt Bismark – einen Eigenanteil bezahlen. Sollte die Einheitsgemeinde in den Genuss einer Förderung kommen, meint Henschel, würde er dazu tendieren, die bereits gängige Praxis beizubehalten. Und die Bezuschussung des Landes nutzen und einen Kameraden mehr zu fördern. Die Meinung des Ordnungsamtsleiters teilt auch Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz, wie sie im AZ-Gespräch am Dienstag mitgeteilt hat. Nun bleibe abzuwarten, ob der Einheitsgemeinde eine Förderung zuteil und wie dann das Geld eingesetzt wird.

Von Marilena Berlan

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