Ruth Rothe (Linke) mahnt zu mehr Sauberkeit auf Straßen / Illegale Müllplätze ärgern

Bismarks Ortschefin stinkt es: Hundeklos noch allzu oft ignoriert

+
Ein Griff nach den Hinterlassenschaften. 

Bismark – „Wir geben ein unnötig schlechtes Bild ab. “ Ruth Rothe sieht in Bismark viel zu viele Hundehaufen auf Gehwegen und Plätzen.

Die Ortsbürgermeisterin appelliert an alle Gassigänger: „Wir haben Hundetoiletten, die genutzt werden sollten!“ Die Behälter stehen erst seit Mai. „Vielleicht hat sich das Angebot ja noch nicht richtig herumgesprochen. “ Es würden jedenfalls momentan noch mehr Haufen auf Steinen als in Tüten im Eimer landen. Für die Linke eine höchst schmutzige und anrüchige Angelegenheit. Wirklich niemand wolle doch in die Hinterlassenschaft eines Hundes treten, weder Einheimischer noch Besucher.

Einer der Behälter steht nahe der Breiten Straße.

Insgesamt fünf Behälter sind aufgestellt worden, unter anderem vorm neuen Spielplatz an der Breiten Straße und am Friedhof. Nicht alle Kommunen machen Hundebesitzern solche Angebote. Die Kreisstadt Stendal hat Behälter vor allem an einer beliebten Spazierstrecke installieren lassen. Osterburg, ähnlich groß wie Bismark, hat sie bereits vor Jahren wieder abgeschafft. Immer wieder waren die Tüten herausgezogen und unnütz in der Gegend verteilt worden. Bismark hält erst keine Beutel vor, sie müssen mitgebracht werden. „Es ist doch nicht so schwierig, eine kleine Tüte von daheim mitzunehmen“, findet die Ortsbürgermeisterin.

Ruth Rothe (Linke), Ortsbürgermeisterin

„Hundebesitzer in der Einheitsgemeinde zahlen Steuern. Auch deshalb sind die Toiletten angeschafft worden und die Kommune entsorgt den Inhalt.“ Wie viele Vierbeiner in der Kernstadt registriert sind, kann Rothe auf die Schnelle nicht sagen. In Osterburg sind es über die Jahre hinweg um die 400 Tiere, die Zahl in Bismark dürfte ähnlich hoch sein. „Die Hundetoiletten sollen Anreiz und Aufforderung gleichermaßen sein, für Sauberkeit zu sorgen.“ Inwieweit das Ordnungsamt künftig womöglich viel strenger hinschauen sollte und gegebenenfalls Strafen verhängen könnte, sei natürlich zuallererst Sache der Einheitsgemeinde.

Sie wisse Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, an ihrer Seite. Auch diese störe sich immer wieder an Unrat und wilden Müllabladen, die sich mitunter direkt an der Straße befinden. „Im Frühjahr wurden bei einer Putzaktion im Stadtgebiet zwei große Anhänger Abfall abgefahren“, erinnert Rothe im AZ-Gespräch. Dabei sollte doch jeder über eine Restmülltonne verfügen, und für andere Abfallsorten gebe es in Bismark den Recyclinghof des Landkreises. „Was an zusätzlichen Kosten durch illegale Müllhalden entsteht, bezahlen letztendlich wir alle über die Abfallgebühr und andere Abgaben.“

Ein größeres Aufräumen könnte es regelmäßig in Bismark geben, notgedrungen. Rothe geht davon aus, dass die Organisatoren des Frühjahrsputzes 2019 auch im nächsten Jahr tätig werden wollen. Für die Ortsbürgermeisterin fängt das Thema Sauberkeit auch schon bei der einzelnen achtlos weggeworfenen Eisverpackung oder dem kleinen Schokoriegel-Papier an. „Wir haben ausreichend Papierkörbe, oft sind es nur ein paar Schritte bis dorthin, man muss sie nur gehen wollen.“ Bismark sei keine derart dreckige Stadt, dass es einem regelrecht schaudern müsse. „Doch wir können bei der Sauberkeit noch deutlich zulegen.“

VON MARCO HERTZFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare