Heimatfreunde wünschen sich zweite Bronzefigur

Bismarker arbeiten an Pilgerweg

Bismarks Heimatvereinsvorsitzende Ruth Rothe schaut auf die Pilgerfigur am Marktplatz.
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Bismarks Heimatvereinsvorsitzende Ruth Rothe schaut auf die Pilgerfigur am Marktplatz. Eine zweite Plastik könnte an der Goldenen Laus aufgestellt werden.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Wenn es von Peter auf Paul zuläuft: Der Heimatverein wünscht sich einen Pilgerweg und eine zweite Figur. Ein solches Projekt könnte auch ins touristische Konzept der Stadt passen. Ob die kurze Strecke zwischen Markt und Goldener Laus ausreichen soll oder nicht, diese und andere Fragen sind offen.

Bismark – „In dieser Arbeit steckt schon einiges an Können.“ Ruth Rothe fährt mit der flachen Hand über das Metall. Gesicht, Schulter und alles andere habe der Künstler wirklich eindrucksvoll ausgearbeitet, findet die Vorsitzende des Bismarker Heimatvereins. Die Figur, mutmaßlich aus Bronze, zwischen Kreissparkasse und Bürgerhaus dürfte bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt sein. Auf Peter, wie Rothe sie liebevoll nennt, soll in absehbarer Zeit eine größere Rolle zukommen. Vom Marktplatz aus könnte ein Pilgerweg zur Goldenen Laus, den Resten einer Wallfahrtskirche, führen. Und genau dort würde dann passend eine zweite Figur warten, ein Gegenstück, der Paul. „Von Peter zu Paul, von einer Plastik zur anderen.“

Kunstwerk neu an altem Wallfahrtsort

Mit der Idee gehen die Heimatfreunde schon länger schwanger. Sie sei ungemein reizvoll und sinnreich, natürlich. Doch bräuchte es breite Unterstützung sehr wahrscheinlich einige Sponsoren. Die erste Figur habe das Geldinstitut quasi mit der Sanierung des historischen Marktplatzes vor mehr als zehn Jahren spendiert, erinnert sich die Vereinsvorsitzende. Eine Figur an der Goldenen Laus befände sich dann auf kommunalem Gelände, die Einheitsgemeinde wäre in erster Linie zuständig. Schön wäre es, wenn wieder derselbe Künstler zum Zuge käme. Rothe, auch Bürgermeisterin in der Ortschaft, will sich noch einmal stärker nach dem Namen erkundigen und vielleicht auch gleich vorfühlen.

Projekt braucht Zeit und ausreichend Geld

Ein mögliches Projekt sei nicht von heute auf morgen umzusetzen. Das sagt die Altmärkerin klipp und klar. „Wenn eine Idee aber einen und andere einfach nicht loslassen will, könnte sie es tatsächlich wert sein, weiterverfolgt zu werden.“ Ortschaft und Einheitsgemeinde setzen schon seit Jahren verstärkt auf Tourismus, die Goldene Laus ist das Wahrzeichen der Stadt. Ein Pilgerweg aus Peter und Paul auf direkter Linie wäre nicht sonderlich lang, er führte vorbei an der Stadtkirche, durch die Alte Straße auf die Kirchhofstraße. Natürlich könnten die organisierten Heimatfreunde auch eine andere Wegführung auswählen. Die Kosten für Paul dürften weit in die Tausende Euro gehen.

Vom Marktplatz geht es zur Goldenen Laus

Mit Peter und Paul, Petrus und Paulus, dürften nicht allein Christen etwas anfangen können. Peter und Paul bezeichnet natürlich auch ein Fest der Apostel, das am 29. Juni in einigen Konfessionen begangen wird. Vereinschefin und Ortsbürgermeisterin Rothe (Linke) weiß das und mehr. Bismark sei reich an Geschichte und Traditionen, mit der sich auch Gegenwart gestalten lasse. Womöglich lasse sich auch die Kirchengemeinde mit ins Boot holen. Schon die erste Figur ist kein Recke, die zweite kann sich in Größe und Ausgestaltung an ihr orientieren. Rothes politische Legislatur endet 2023. Ein Projekt könnte bis dahin bestenfalls größer angestoßen sein, glaubt die Bürgermeisterin.

Der Zusammenschluss Goldene Laus wurde vor mehr als 15 Jahren aus der Taufe gehoben, damals noch als Förderverein. Der Name blieb, die Aufgaben sind über die Jahre eher mehr als weniger geworden. Etwa 30 Frauen und Männer wollen gerade jungen Leuten beweisen, dass der Blick zurück nicht langweilig sein muss. Der 71-jährigen Rothe und ihren Mitstreitern geht es nicht zuletzt um Identität und Heimatverbundenheit und Antworten auf die Frage, warum Bismark so aussieht und nicht anders. Seit einiger Zeit sucht der Verein verstärkt auch neue Leute, die sich speziell um die Goldene Laus kümmern. Der Turm misst mehr als 25 Meter, 87 Stufen führen nach oben.

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