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Bismark: Zu wenig Freiwillige zur Pflege der Bäume

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Von: Lisa Maria Krause

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Das Rosenbeet auf dem Marktplatz. Ein Auto fährt vorbei. Im Hintergrund steht das Bismarker Bürgerhaus.
Den Rosen am Bismarker Marktplatz geht es noch gut, den Bäumen an der Breiten Straße allerdings nicht. Der Ortschaftsrat kritisierte kürzlich fehlende Helfer bei der Pflege und Autofahrer, die beim Einparken in die Grünanlagen fahren. © Lisa Maria Krause

Auf große Worte folgen nicht immer große Taten. Das zeigt sich nun auch in Bismark. Die Bäume entlang der Breiten Straße gehen ein, weil sich niemand darum kümmert.

Bismark - Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) erinnerte im Ortschaftsrat daran, dass laut Aussagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in dem Projekt „Generationen im Gespräch“ diese sich eine buntere Stadt wünschen. „Ja, wo sind sie denn nun?“, fragte Rothe ins Blaue.

Ursprünglich wurden sogar Ideen gesammelt, um Bismark für alle schöner zu machen. Dabei war auch eine gemeinsame Pflanzaktion ein Vorschlag. Daraus geworden ist wohl nichts. Derzeit gebe es niemanden, der sich noch um die Bäume und Beete rund um den Marktplatz und an der Breiten Straße kümmere, berichtete die Ortsbürgermeisterin.

„Im Moment hat sich noch keiner gefunden, der mitmacht“, erklärte Rothe und teilte mit, dass im vergangenen Jahr noch drei Anwohner geholfen hätten. Ein großes Problem seien Autofahrer, die beim Parken in die Baumscheiben hineinfahren, und so die Bäume „wegfahren“.

Die Probleme gibt es auch an der Büster Straße

„Die fahren unsere Grünanlagen kaputt“, kritisierte auch Andreas Cosmar (FWB) Autofahrer, die beim Einparken in die Buchten über die Fußgängerwege fahren würden. Ähnliche Probleme gebe es unter anderem auch an der Büster Straße, berichtete Doreen Motejat, die als Gast vor Ort war.

Dort würde in den Umfassungen für die Grünanlagen auch Erde fehlen. Alles sei tot, obwohl die Anwohner gerne pflegen und auch die Stellen bepflanzen würden. Peter Lamprecht berichtete, dass er im eigenen Garten noch viel sogenannte Muttererde habe und diese dort hinbringen könnte. Cosmar überlegte, was gegen die Autofahrer zu tun wäre: Ein Betonklotz habe seiner Ansicht nach nicht die gewünschte Wirkung. „Das hilft nicht und sieht nicht gut aus.“

Rothe brachte als positives Beispiel die Schwellen am sanierten Schadewachten in Stendal an. Obwohl diese flach seien, würde dadurch niemand in die Baumumrandung hineinfahren. Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, war ebenfalls anwesend. Sie bezeichnete die Idee von den Schwellen als utopisch. Diese seien „kostenmäßig nicht zu tragen“.

Außerdem sei dies nicht von heute auf morgen umsetzbar. Cosmar hielt dagegen, da es schließlich um sichere Möglichkeiten für die Bürgersteige und nicht die Landesstraße gehe.

Der Ortschaftsrat kommt auf keine richtige Lösung

Eine richtige Idee, wie das Grün vor Autofahrern geschützt werden kann, kam im Ortschaftsrat nicht auf. Auf Cosmars Vorschlag entschied sich die Ortsbürgermeisterin allerdings dazu, zum Thema Pflege der Anlagen auf die Bismarker Kleingärtner zuzugehen. Auch Anlieger kommen in Frage, aber die meisten der Bäume stehen laut Rothe vor leeren Häusern.

Mehrheitlich war der Ortschaftsrat dafür, dass die Pflege nicht nur den Ortsvertretern überlassen wird. Eine neue Anfrage im Generationen-Café soll gestellt werden.

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