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Bismarker Ortsbürgermeisterin würde stadtweites Tempo 30 begrüßen

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Von: Lisa Maria Krause, Lina Wüstenberg

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Die Breite Straße von Bismark mit Fokus auf dem gelben Rathaus.
Die Breite Straße in Bismark ist bereits eine Tempo-30-Zone. Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) begrüßt den Vorschlag einer Städte-Initiative, diese Regel auf ganze Innenstädte auszuweiten. © Krause, Lisa Maria

Die Ziele der Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“, in Innenstädten und Ortschaften ein allgemeines Tempo 30 einzuführen, wird vielfältig diskutiert. Dazu, wie sinnvoll das für Bismark wäre, sagt Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) der AZ: „Ich persönlich bin sehr dafür, habe aber wenig Hoffnung.“

Bismark - Sie sprach das Thema im Bismarker Stadtrat an.

Möglichkeiten, den Verkehr in der Kernstadt sicherer zu gestalten, werden immer wieder vorgeschlagen, oft ohne Erfolg. So steht wiederholt die Holzhausener Straße im Fokus. Aufgrund des dort angesiedelten Altenpflegeheims „Neue Heimat“ müsste längst ein Tempo-30-Schild her, findet nicht zuletzt Heimleiter Andreas Cosmar (FWB), der auch Vorsitzender des Bismarker Stadtrates ist. Anträge dafür seien aber „mehrfach abgelehnt worden“, berichtet Rothe. Dabei ist es eigentlich gang und gäbe, dass vor Altenheimen und Kindertagesstätten der Verkehr entschleunigt wird.

Oft sei die Begründung, dass gerade mal drei Autos vorbeikommen würden. „Kann auch da ein Unfall sein!“, hält die Ortsbürgermeisterin dagegen. Es könnte auch bei wenig Verkehr passieren. Die Hauptschlagader Bismarks, die Breite Straße in Verbindung zur Stendaler und Döllnitzer Straße, ist zwar bereits zur Hälfte eine 30er-Zone. Dennoch findet Rothe: „Die kleinen Stückchen oben und unten, hätte ich gar kein Problem mit.“

Besonders günstig wäre ihrer Meinung nach die verminderte Geschwindigkeit auf den Einflugschneisen nach Bismark rein. Viele dieser Straßen sind gerade Strecken, auf denen Autofahrer oft zu schnell unterwegs seien. Dabei schließt die kommunale Initiative, die inzwischen fast 300 Städte und Gemeinden sowie der Landkreis Stendal unterstützen, genau solche Hauptverkehrsadern von der Forderung aus.

Rothe sieht, wo es schon läuft in Bismark und wo noch was verbessert werden könnte: So nennt sie die sanierte Wilhelm-Lüdecke-Straße als Beispiel. Diese ist seit den Bauarbeiten eine Einbahnstraße und hat aufgrund der dortigen Grundschule einen Tempo-30-Bereich. Als Negativbeispiel sieht Rothe die Karl-Marx-Straße vor der Sekundarschule. Da „sollte längst“ eine verminderte Geschwindigkeit gelten, findet sie.

Die Ortsbürgermeisterin hat auch einen Blick auf die Zukunft: Mit dem Anschluss bei Uenglingen an die neue A 14 werde der Verkehr auch nicht weniger. Schon in den 90er Jahren sei eine Umleitung um Bismark im Gespräch gewesen. Diese Idee sei aber mehr und mehr abgestorben.

„Das ist eine Initiative der Landkreise. Es war auch Thema auf dem letzten Kreistag und dieser hat seine Zustimmung gegeben“, erklärte Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Annegret Schwarz (CDU), zu diesem Thema. Mehr konnte Schwarz, die auch Vorsitzende des Stendaler Kreistages ist, dazu nicht sagen.

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