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Bismarker Ortsbürgermeisterin setzt sich für Kastrationspflicht ein

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Von: Lisa Maria Krause

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Katzen kastrieren: Was dafür spricht und was dagegen
Noch gibt es in Bismark kein Katzenproblem. Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe wünscht sich vorbeugend dennoch eine Kastrationspflicht von Freigängern. © Agenturen

Noch hat Bismark kein Katzenproblem, findet Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke). Dennoch will sie in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrates ansprechen, dass sie gerne eine Kastrationspflicht für das Zentrum der Einheitsgemeinde erreichen würde.

Bismark - „Bisher ist das noch nicht diskutiert“, berichtet Rothe der AZ. Dennoch findet sie, dass freilaufende Katzen und Streuner kastriert werden müssten. Unter anderem, um die Vogelwelt zu schützen. „Wenn ich das mitkriege, weise ich darauf hin“, berichtet die Ortsbürgermeisterin. Heißt, wenn sie neue Katzen bemerkt, erinnert sie die Besitzer daran, dass die Katzen kastriert werden sollten.

„Es sollten alle kastriert werden, um dem Ganzen Herr zu werden“, betont Rothe. Schließlich müssten die Besitzer von weiblichen Katzen sonst sehen, wie sie die Kätzchen unterbringen. Bei gewolltem Nachwuchs könnten Katzen immer noch abgesprochen mit anderen Haltern laufen gelassen werden. Aus der Sicht der Bismarkerin hat die Kastration noch weitere Vorteile: Das Gejammer der Weibchen und die Revierkämpfe der Männchen nähmen stark ab.

Außerdem könne das Markieren der Kater sonst „sehr sehr unangenehm“ werden. Auch seien die Kinder von wilden Katzen oft schlecht ernährt. Für wilde Katzen wünscht sich Rothe das Engagement der Anwohner: „Ich bin immer dafür, Katzen in die Nähe zu holen.“ Sie selbst habe bereits mit Futter Streuner an sich gewöhnt und diese dann kastrieren lassen. „Was für die Gemeinschaft machen“, beschreibt es die Ortschefin.

Neuer oder bestehender Verein könnte die Kosten übernehmen

Aber wer finanziert die Kastration einer fremden Katze, die zwischen 60 und 100 Euro kosten kann? „Warum soll sich hier nicht ein Verein gründen?“, stellt Rothe die Gegenfrage und spielt damit auf die lokale Tierschutzgruppe des Bundesverbandes Tierschutz an. Diese hat sich bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen für die Streuner, die von der neuen Kastrationspflicht in Tangerhütte betroffen sind.

Die Gruppe könnte also Zuspruch in Bismark finden. Rothe sieht aber auch die Option, dass sich bereits bestehende Vereine dafür einsetzen könnten. Immerhin gebe es genug Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung von lokalen Firmen zu beantragen. Auch bei Hunden gebe es genug Gründe, einen Verein zur Beratung der Halter zu gründen. „Die darf man auch nicht frei laufen lassen.“

Rothe kommt keineswegs von einer Position, die frei laufende Katzen nicht mag. Tatsächlich hält sie selbst mehrere Katzen, wie sie berichtet, und mehrere sind ehemalige Streuner. „Ich bin Katzenliebhaberin hoch und runter“, betont sie gegenüber der AZ. Aber Rothe sieht eben auch die Gefahren nicht kastrierter frei laufender Katzen realistisch: „Wir müssen verhindern, dass sie sich unkontrolliert vermehren.“

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