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Nachbarschaftsstreit um Grundstücksgrenzen landet in Berufungskammer

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Von: Lisa Maria Krause

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Ein Hammer wie dieser könnte es gewesen sein, mit dem der Angeklagte die Pfähle zur neuen Grenzsetzung einschlug. Laut Staatsanwaltschaft soll er diesen nach der Geschädigten geworfen haben. © Christa Eder via www.imago-image

Ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit im Raum Bismark hat noch immer kein Ende gefunden. Stattdessen nimmt er neue Dimensionen an. Nach einem verbalen Konflikt im Sommer 2020, der mit einer Verletzung bei seiner Nachbarin Brigitte T. endete, akzeptiert Horst L. nicht seine 2021 vom Stendaler Landgericht auferlegte Strafe.

Bismark/Stendal - Er bleibt bei seiner Aussage, dass er den Hammer nicht nach seiner Nachbarin geworfen habe. Nun rollt die Berufungskammer den Fall neu auf. Der Verteidiger von Horst L. überraschte die Anwesenden mit der Erklärung, dass es ein Gerichtsverfahren gebe, um die Grundstücksgrenzen zu klären, die bisher nicht nachgemessen wurden.

Steffen T., Sohn von Brigitte T., dementierte dies. Er als Besitzer des Grundstücks habe kein Schreiben zu einem angeblichen Verfahren erhalten. Horst L. wehrt sich gegen das Urteil von gefährlicher Körperverletzung mit Beleidigung, wofür er acht Monate auf Bewährung von zwei Jahren erhielt. Er äußerte sich am Dienstag nicht vor der Berufungskammer.

Hintergrund der Auseinandersetzung war ein seit Längerem brodelnder Streit um die Grundstücksgrenze. Zuvor habe es eine gute Nachbarschaft zwischen ihnen gegeben, erklärte Brigitte T. im Zeugenstand. Die Hecke zwischen den Grundstücken sei auf ihrem Boden gepflanzt worden, mit Einverständnis der Familie L. Laut Zeuge Steffen T. war es normal, dass er regelmäßig die Hecke schnitt und dabei das andere Grundstück betrat.

Bis ihm das vom Besitzer verboten wurde. Dass er es demnach unterließ, sei von L. wieder bemängelt worden, weil die Hecke schäbig aussehe. Daraufhin habe L. angefangen, Pfähle zwischen den Grundstücken zu setzen. An dieser Stelle habe es angefangen, dass L. erklärte, die Hecke sei zu weit auf seinem Grundstück. Ein Streit über die genauen Grundstücksgrenzen und den Zaunbau entbrannte.

Familie T. wollte nach eigener Aussage diesen mit einem Schlichter beilegen. Noch vor diesem Termin ereignete sich der Vorfall: Wie Brigitte T. berichtet, schlug Horst L. an diesem Vormittag im Juni 2020 mit einem Hammer und unterstützt von seinem Sohn Pfähle mitten in die Hecke. „Ich habe gefragt, warum. Es gibt doch schon den Termin in drei Wochen.“

Sie zog einen der zwei Meter hohen Pfähle heraus und ging laut eigener Aussage zum Weg zurück. Laut Prozessakte soll Horst L. daraufhin gerufen haben: „Du dumme Kuh, ich schmeiß dir den Hammer an den Kopf“, bevor er eben dies tat. Die Zeugin berichtet, dass sie sich geduckt habe, sodass der Hammer nur ihren Hinterkopf und einen Teil ihrer Seite traf. Ihr anderer Sohn, Zeuge Arne T., der später dazustieß, berichtete davon, dass L. ihm die Situation nicht erklären wollte, worauf er die Polizei dazu rief. Die zwei Beamten unterhielten sich mit beiden Parteien und stellten den Hammer sicher.

Brigitte T. klagte von den Wunden, die einen Monat zum Heilen brauchten, sowie von Albträumen. Die Wunden ließ sie von einer Ärztin im Stendaler Krankenhaus und von ihrer Hausärztin in Bismark nachweisen. Steffen T. riet seiner Mutter von einer Strafanzeige ab, die dann aber nach seiner Vermutung von der Staatsanwaltschaft gestellt wurde. Die Behauptung des Verteidigers, er habe L. körperliche Gewalt angedroht, bestritt er. Laut ihm hätte die Familie T. einige Zusagen während zwei inzwischen erfolgter Schlichtungstermine gemacht, jedoch waren diese erfolglos.

Der Aussage des Verteidigers, bei den Schlichtungen sei es um die Grenze gegangen, widersprach Steffen T.: „Nein, es ging um den Zaunbau.“ Dagegen habe er nichts, solange dies auf dem Grundstück von L. passiere. Derzeit herrsche Stillschweigen zwischen den Parteien. Im weiteren Verlauf des Verhandlungstages wollte die Verteidigung noch den Schlichter anhören. Zudem will der Staatsanwalt begründen, warum er die Hausärztin von Brigitte T. vorladen will. Der Prozess wird am 2. September fortgesetzt.

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