Bürgermeisterin setzt auf Regenzeit / Extreme Trockenheit bleibt für Bismarks Naturbad Risiko

Bismarker Kolk füllt sich: Stadt lässt Pumpen erst einmal aus

Der Kolk ist Bade- und Angelgewässer zugleich. Die Badesaison beginnt erst wieder in gut vier Monaten.
+
Der Kolk ist Bade- und Angelgewässer zugleich. Die Badesaison beginnt erst wieder in gut vier Monaten.

Bismark – Die Lage scheint sich zu entspannen. Der Kolk in Bismark verliert nicht mehr dramatisch Wasser, im Gegenteil. Zu dieser Einschätzung kommt Bürgermeisterin Annegret Schwarz.

„Wir warten erst einmal die Regenzeit ab und schauen dann, ob nicht doch Maßnahmen für das Badegewässer ergriffen werden müssen. “

Wobei dann auf jeden Fall verstärkt der Landkreis und dessen Ämter ins Boot geholt werden müssten. „Niemand darf einfach so Wasser in Größenordnung von einem Punkt zu einem anderen bringen“, sagt die CDU-Frau im AZ-Gespräch. Ende März, Anfang April dürfte sich die weitere Marschroute abzeichnen.

Spätestens im Frühjahr 2019 hatten die Alarmglocken geschrillt. Wegen der Trockenperioden sank der Pegel stark. Im Sommer 2018 waren zudem erhebliche Mengen Wasser gebraucht worden, um einen Waldbrand ganz in der Nähe unter Kontrolle zu bringen. Den Aderlass hatte der See einige Zeit nicht vergessen. Neues Wasser unkompliziert aus einem Brunnen dorthin zu pumpen, hatte nicht funktioniert. Die Schwimmsaison startete und war laut Bürgermeisterin letztendlich auch nie ernsthaft infrage gestellt worden, der Kolk ist eines von zwei Freibädern in der Einheitsgemeinde.

Der See hat seinen Ursprung in einer Lehmkuhle für eine Ziegelei. Endgültig eingestellt wurde der Abbau 1914. Die Kuhle füllte sich mit Wasser. Ein Männer-Turn-Verein gründete 1925 die erste Badeanstalt. Später kamen Bauten dazu, der Sandstrand wurde 1967 angelegt. 2014 drohte die Schließung. Doch Förderverein und Kommune engagierten sich, der Komplex wurde über ein Förderprogramm modernisiert. Der Kolk soll bei optimalem Wasserstand an einigen Stellen bis zu elf Meter tief sein. Der See lebt vornehmlich vom Grundwasser und dafür muss regelmäßig und ausgiebig Niederschlag fallen.   tz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare