Neuer Vorschlag für Einsatzbereite

Bismarker Feuerwehrkameraden erhalten mehr Geld

Kameraden der Klädener Freiwilligen Feuerwehr und Bismarker Ordnungsamtsleiter Marco Henschel stehen vor dem neuen Löschgruppenfahrzeug.
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Ein neues Löschgruppenfahrzeug hatte die Klädener Freiwillige Feuerwehr noch 2020 erhalten. Nun sollen die Bismarker Feuerwehren neben einem weiteren Wagen auch mehr Geld für die Kameraden bekommen.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Fast 590 000 Euro plant Bismark im derzeitigen Haushaltsentwurf 2021 für Investitionen in den Brandschutz der Einheitsgemeinde ein. Es könnte aber noch mehr Geld für die freiwilligen Feuerwehren werden, denn in der gemeinsamen Sitzung der Bismarker Sozial- und Bauausschüsse stimmten die Mitglieder auch positiv für weitere Honorare und Entschädigungen der Kameraden. Die endgültige Entscheidung über die Beschlüsse liegt beim Stadtrat.

Bismark - Ein neuer Vorschlag kam bezüglich der Vergütung von Kameraden auf, die einsatzbereit wären, aber dann wegen Platzmangel nicht mitfahren und am jeweiligen Gerätehaus verbleiben würden. Damit diese nicht umsonst erschienen sind, hat Bismarks Stadtwehrleiter Frank Seeler der Verwaltung Folgendes vorgeschlagen: Die Einsatzpauschale der normalen Einsatzkräfte sollte von 15 auf zehn Euro und die der Einsatzleiter von 30 auf 20 Euro reduziert werden. Dafür sollten die nicht eingesetzten Kameraden im Bereitschaftsdienst pro Einsatzalarmierung mit fünf Euro entschädigt werden.

Ausschussmitglieder Manfred Raatz und Michael Raue sprachen sich gegen die Kürzungen aus. Diese würden ein falsches Signal senden. Ihr Gegenvorschlag: Die Einsatzpauschalen so belassen, wie zuvor festgelegt, und zusätzlich den Zurückgebliebenen die fünf Euro als Entschädigung zahlen. „Wir können die Kosten in Kauf nehmen. Die meisten Feuerwehren sind froh, wenn sie das Fahrzeug vollkriegen“, erklärte Raue. Dieser Vorschlag wurde schließlich mit einer Enthaltung angenommen.

Hauptamtsleiter Marco Henschel erklärte, dass sich demnach bei etwa zehn bis 20 Einsätzen im Jahr die Mindestausgaben 2021 für die Einsatzpauschalen auf 3100 Euro belaufen würden. Dazu käme, wie viele Kameraden laut Statistiken der vergangenen Jahre in Bereitschaft waren, aber nicht mit zum Einsatz fuhren.

Atemschutzgeräteträger bekommen 50 Euro

Ebenso positiv fiel die Abstimmung des Sozialausschusses über die neue Honorarregelung für Atemschutzgeräteträger aus. Dabei hatte das Thema auch einige Diskussionen ausgelöst. Laut der Risikoanalyse seien Geräteträger bei den Bismarker Feuerwehren immer sehr knapp. Es würden sich dauerhaft mehr in Ausbildung befinden, als tatsächlich einsatzbereit seien. Dies liege daran, dass diese Kameraden näher an Brandherden und damit höherem Risiko ausgesetzt wären. Deshalb müssten sie einmal jährlich eine Übungsstrecke in Arneburg durchlaufen und gesundheitliche Untersuchungen vornehmen, wie Henschel erklärte.

Um für diesen körperlichen und preislichen Mehraufwand einen Anreiz zu geben, wolle die Einheitsgemeinde den Atemschutzgeräteträgern ein jährliches Honorar von 50 Euro auszahlen. Das entspreche bei geschätzten 100 Geräteträgern Mehrkosten von 5000 Euro für den aktuellen Haushalt.

Führerscheinförderung in Frage gestellt

Mehrere Mitglieder hinterfragten, ob nicht auch Maschinisten, die ebenfalls durch den teuren Führerschein für große Fahrzeuge einen Mehraufwand haben, ein Honorar bekommen sollten. Henschel hielt dagegen: „Wir fördern schon jährlich mit 2000 bis 2500 Euro zwei Führerscheine für die Kameraden.“ Damit sei es möglich, einen Führerschein zu kriegen, aber damit könnten die Kameraden schließlich nicht nur Löschfahrzeuge steuern. Dieser eigene Vorteil müsste auch beachtet werden.

„Es ist ein Geschenk und auch eine Investition in die eigene Zukunft für die, die es machen. Sie haben die Wahl, was sie damit machen. Gerade für Arbeitende in der Landwirtschaft ein klarer Vorteil“, betonte Norman Maciej, Vorsitzender des Bauausschusses. Einige Mitglieder kritisierten, dass das zu wenig sei. Laut Henschel wurde die Bitte um Förderung mit 1000 Euro auch bereits ans Land gestellt, aber das gestalte sich seit zwei Jahren schwierig. „In den letzten Jahren konnten wir immer mit dem vorhandenen Geld zwei Kameraden fördern“, erklärte er.

In Belkau waren zuletzt zwei Kameraden von der Führerscheinförderung abgesprungen. Laut näheren Informationen der Mitglieder lag das nicht allein am Geld. Die beiden Landwirte hätten durch den Lehrgang auch terminliche Probleme gehabt.

Henschel schloss schließlich die Diskussion: Sie könnten mit dem Honorar immer weiter fragen, wer alles in der Feuerwehr besondere Verantwortung hätte. An Stelle der Atemschutzgeräteträger sollte es vor allem als Anreiz dienen. Dem Honorar-Vorschlag stimmte das Gremium schließlich einstimmig zu.

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