Bücherbox-Angebot wird ausgebaut

Bismarker Bibliothek vermisst junge Leser

Das Bismarker Bürgerhaus. Davor blüht eine einzelne Tulpe.
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Die Bibliothek im Bismarker Bürgerhaus ist derzeit nur mit vorheriger Terminvereinbarung betretbar. Ein großer Teil der Nutzer, die Kinder, findet laut Bibliothekarin Annette Stüwe viel zu selten den Weg in die Lesestube.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Mit der Terminvergabe funktioniere es sehr gut, kann Annette Stüwe, Bibliothekarin in Bismark, berichten. Nur etwas anderes bereitet ihr Sorgen: „Ich wünschte mir, dass mehr Kinder kommen würden.“

Bismark - Von Mitte Dezember bis Anfang März sei auch die Bibliothek im Bürgerhaus geschlossen gewesen. Umso erleichterter war Stüwe, als sie ab dem 9. März mit Terminvereinbarung öffnen konnte. „Es geht auch kurzfristig. Für die meisten reichen die erprobten 15 Minuten in der Bibliothek. Falls nötig warten aber auch mal Besucher ein paar Minuten vor der Tür.“ Das sei kein Problem. Mit Stüwe darf sich nur eine weitere Person dort aufhalten.

Viele Erwachsene würden das nutzen, doch die Besuche von Jugendlichen und Kindern bleiben großteilig aus. Nach Zahlen aus 2020 gibt es 249 aktive Nutzer der Bismarker Bibliothek. Davon sind etwa zwei Drittel – 163 Leser – Kinder. „Sonst findet hier auch regelmäßig Deutschunterricht im Klassenverband statt. Die Schüler kommen nun gar nicht mehr“, bedauert Stüwe. Die zweiten Klassen der Grundschulen würden eigentlich auch immer in der Bibliothek registriert.

Die Bibliothekarin wünscht sich, dass mehr Kinder vielleicht auch einfach mit ihren Eltern kommen würden. „Viele bleiben jetzt fern. Ich vermute, das liegt an der Terminvereinbarung. Aber sie könnten ja mit ihren Eltern kommen. Da gibt es wirklich eine große Lücke.“

„Die Erwachsenen sind froh und dankbar für das Angebot. Aus Angst, dass sich die Regeln wieder ändern, nehmen sie gern auch einmal ein Buch mehr als sonst mit“, berichtet die Bibliothekarin schmunzelnd. Obwohl auch ein paar Nutzer sehr vorsichtig seien und lieber nicht kommen. „Ihnen geht es oft um die eigene Gesundheit oder sie pflegen ein Familienmitglied.“

Trotz der etwas komplizierteren Möglichkeiten, ihre Nutzer mit Lesestoff zu versorgen, lässt sich Stüwe nicht entmutigen. „Die Büchertaschen, die in anderen Gemeinden jetzt an die Leser geliefert werden, haben mich inspiriert. Da fiel mir ein, dass ich ja noch die Bücherboxen habe und darauf aufmerksam machen kann.“

Schon seit Jahren biete Stüwe für die Schulen thematische Boxen an, die sie selbst je nach Wunsch zusammenstellt. „Die Medienboxen werden über längere Zeit verliehen und oft unterrichtsbegleitend verwendet. Es sind Themen dabei wie Sinne, Märchen, Gesundheit und Indianer“, erklärt die Bibliothekarin. Oft nutzten auch die Horte in den Sommerferien die Boxen.

„Ich habe das Angebot nun auf Kindertagesstätten erweitert und sie direkt angesprochen. Es gibt auch schon eine Anmeldung aus Hohenwulsch, die ich gerade zusammenstelle. Die „Villa Kunterbunt“ will Bücher über die Honigbiene.“ Das funktioniere also schon sehr gut.

Auf die Frage, ob sie wie viele andere Bibliotheken auch ein digitales Angebot in Erwägung gezogen habe, sagt Stüwe nur so viel: „Es brodelt.“ Im Vorraum des Bürgerhauses stehen inzwischen Kisten mit Büchern, die mit etwas Kleingeld erworben werden können. Dabei handele es sich um Bestände, die während des Lockdowns von ihr aussortiert wurden, erklärt die Bibliothekarin. „Zum Stöbern darin braucht es keine Anmeldung.“

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