Cosmar bringt mögliche Eisbahn ins Spiel

Bismark: Skaterbahn am Kolk im Dornröschenschlaf

Die Skaterbahn am Kolk im Regen. Es gibt keine Skate-Hindernisse und ein großer Sandhaufen wurde darauf abgeladen.
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Die Skaterbahn am Bismarker Kolk liegt einsam und vergessen da. Vorsitzender Andreas Cosmar (FWB) schlug im Stadtrat vor, sie als Ersatz für die nicht betretbaren Eisflächen im Winter zu nutzen.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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So richtig Schwung kommt in diese Piste anscheinend nicht. Auf der Hinterseite des Bismarker Kolk gibt es neben dem Volleyballfeld auch eine asphaltierte Fläche, die auch umgangssprachlich in der Einheitsgemeinde Skaterbahn genannt wird, wie Marco Henschel auf AZ-Anfrage verrät.

Bismark - „Es ist keine richtige Bahn“, lenkt der Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes ein. Beim Besuch der AZ vor Ort sieht die Asphaltfläche im Regen auch recht traurig aus. Ein großer Sandhaufen wurde darauf geschüttet, Skater-Hindernisse gibt es nicht. „Sie ist nicht groß in der Nutzung nach meinem Wissen“, erklärt Henschel.

Die Fläche ist gemeinsam mit dem Volleyballfeld mit einem Zaun vom Strandbad abgetrennt. Dennoch gehöre sie laut Henschel zum Kolk-Gelände. Die eingeschlafene Skaterbahn könnte allerdings einen neuen Nutzen finden. Und das im Winter.

Denn Vorsitzender Andreas Cosmar (FWB) brachte im Stadtrat die Idee ein, sie zur Eisfläche umzufunktionieren. Zu seinem Vorschlag sagte er: „Es ist eine Idee, das ist aber sehr umfänglich.“ Sie müsse rechtzeitig vorbereitet werden, indem Wasser über den Asphalt gekippt würde. Dabei müssten mindestens 10 bis 15 Zentimeter Eis entstehen.

Beim Tagesordnungspunkt um die neue Fassung der Gefahrenabwehrverordnung der Einheitsgemeinde war zur Sprache gekommen, warum die Bürger im Winter kaum noch die sich bildenden Eisflächen auf öffentlichen Gewässern betreten dürften. Laut dem Papier ist das Betreten „verboten, sofern nicht eine ausdrückliche Freigabe bestimmter Gewässer durch die zuständige Behörde erfolgt.“

Und eben an dieser Formulierung ist der Haken. „Wenn das Amt am Freitag nach Hause geht, passiert nichts“, bemängelte Dieter Klapötke (AFW), Ortsbürgermeister von Grassau. Gerade im vergangenen Winter sei die Bismarker Verwaltung genau an dem Wochenende nicht erreichbar gewesen, an dem es kalt genug für eine dicke Eisschicht gewesen wäre. Laut Tino Pauls, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, muss das Eis mindestens 15 bis 20 Zentimeter dick sein.

Wie vor ein paar Jahren die Osterburger Werderwiesen könnte sie für eine Spritzeisbahn genutzt werden.

„Es gibt keine Richtlinie für Eisflächen. Es liegt in unserem Ermessen, aber mit dem Klimawandel ist es in den nächsten Jahren unwahrscheinlich.“ Ein Schild aufzustellen, mit dem ein Betreten auf eigene Gefahr erlaubt würde, wie ein Vorschlag aus Grassau lautete, sei auf öffentlichen Gewässern nicht möglich.

„Ich kenne kaum noch Kinder, die Schlittschuhlaufen können“, bemängelte Klapötke. Genauso sei es mit dem Schwimmen. Der Ortsbürgermeister hinterfragte, ob das auch bei einer privaten Badestelle strafbar wäre. „Es wundert mich nicht, dass alle in die Stadt ziehen, weil auf dem Land nichts mehr los ist.“

Cosmar betonte, dass es Fälle gegeben habe, bei denen das Betreten öffentlich geduldet worden sei. Er verglich dies mit den Waldbesetzern bei Seehausen. „Als Bürgermeister ist man der Gekniffene mit der Verordnung. Aber ohne ist man generell strafbar.“

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