Mehrere Vogelarten brüten im Wahrzeichen

Bismark: Turmfalke besetzt Goldene Laus

Ein Turmfalke sitzt am Boden.
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Der Turmfalke hat 2021 für Nachwuchs gesorgt.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Unterschiedlichste Vogelarten brüten in der Goldenen Laus, dem Wahrzeichen von Bismark. Der Turmfalke scheint willkommen, die Taube weniger.

Bismark – Auf neuen Informationstafeln im Kräutergarten könnten sich auch Vögel wiederfinden, die um den nahen Turm fliegen. Dass sich hoch oben in der Goldenen Laus, dem Bismarker Wahrzeichen, eine frei zugängliche Voliere und allerhand Brutkästen befinden, wüssten Einheimische sehr wohl. Davon ist Ruth Rothe, Vorsitzende des Heimatvereins und Linken-Ortsbürgermeisterin, im AZ-Gespräch fest überzeugt. „Oder vielleicht doch nicht?“ Natürlich dürften sich auch die Menschen außerhalb der Einheitsgemeinde für die tierischen Bewohner auf Zeit interessieren. Mehr als 20 Meter recken sich die legendenreichen Reste einer Wallfahrtskirche in die Höhe. Turmfalke, Schleiereule und Mauersegler brüten dort regelmäßig. „In diesem Jahr dominieren eindeutig Tauben“, berichtet Rothe.

Groß ins Gehege kämen sich Falke, Eule, Segler und Taube in Bismarks Goldener Laus übrigens nicht.

Taube weniger willkommen

So richtig glücklich scheint die Vereinschefin damit ja nicht. Offenkundig handle es sich um verwilderte Brieftauben, für die Ornithologen nicht sonderlich wertvoll. „Ich war schon mindestens dreimal in kurze Zeit zum Saubermachen dort“, grollt Rothe, Anfang 70. Aber auch das gehöre nun einmal dazu, letztendlich seien es alles Tiere und alle wollten leben. Im Zuge größerer Bauarbeiten an der Goldenen Laus vor etwa 15 Jahren entstanden erste Vogelvolieren und Nisthilfen. Genau parat hat sie die Bilanz für dieses Jahr oder zumindest einen Teil davon. Bei den Turmfalken sind vier Küken registriert worden. Zu den Mauerseglern kann Rothe erst etwas sagen, wenn die Kästen gesäubert werden. Die Eulen waren 2021 nicht im Turm. Und nun ja, junge Tauben gibt es deren sechs.

Den Schnappschuss hat die Vereinschefin gemacht. Einzelne Kästen sind zu erkennen.

Für seine Aktivität ist der Goldene-Laus-Verein auch bereits einmal vom Naturschutzbund Deutschland, kurz Nabu, mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet worden. Rothe erinnert sich noch gut und gern daran. Mehr als 80 Stufen geht es den Turm hinauf, er ist Attraktion und Aussichtspunkt zugleich. Der Einflug für die Federtiere ganz oben befindet sich auf der Südseite. Besonders stolz scheint die Vereinschefin und Kommunalpolitikerin auf den Turmfalken. Durch seinen typischen Rüttelflug falle er ja auch aus dem Rahmen. Apropos, und das sei unschön: 2020 stürzte wohl ein Küken ab, es wurde tot gefunden. Allzu selten ist dieser Falkenartige in Deutschland nicht oder nicht mehr. Nach der Roten Liste Deutschlands gilt sein Bestand als eher ungefährdet.

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