Immerhin: Stadt zählt bislang fast 30 Nutzer des Kolk-Caravanplatzes

Bismark: „Tourismusbonus“ zieht spürbar an

Frühmorgendlicher Blick über den Zaun: Eine Familie aus Sachsen nutzt ein Wohnmobil, das ihr Freunde aus Bismark zur Verfügung gestellt haben. Der Stellplatz liegt idyllisch zwischen Bäumen direkt am Badegewässer Kolk.
+
Frühmorgendlicher Blick über den Zaun: Eine Familie aus Sachsen nutzt ein Wohnmobil, das ihr Freunde aus Bismark zur Verfügung gestellt haben. Der Stellplatz liegt idyllisch zwischen Bäumen direkt am Badegewässer Kolk.

Bismark – „Es ist ausreichend und angemessen“, findet Katrin Schieck. Die Dresdnerin huscht gerade von der Morgentoilette in Anlagen des Kolks zurück in das Wohnmobil.

„Die Stellplätze liegen sehr idyllisch direkt am See, es gibt etliche Angler und weitere nette Leute“, schickt sie ihre Bilanz schnell über den Zaun.

Ein Foto für die Zeitung? Nett gemeint, aber nein danke. Ob ihr denn irgendein Angebot für Gäste am See fehle, will die AZ noch wissen. Sie schüttelt den Kopf. Ein paar Tage hat die junge Frau mit Mann und Kind in Bismark verbracht. Eine Freundin aus Studientagen hatte alle zu einer Feier eingeladen und ihnen das Wohnmobil zur Verfügung gestellt. Die Sachsen tragen zur beachtlichen Bilanz bei.

Der Caravanplatz am Kolk ist keine Nullnummer mehr. „Im Jahr 2020 hatten wir bis dato 29 Nutzer. Davon blieben 18 für einen Tag, einer für sechs Tage, alle weiteren zwischen zwei und vier Tage. Die Jahre zuvor lag die Nutzung bei fünf bis sechs jährlich“, teilt Annegret Schwarz (CDU), die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, auf Nachfrage der AZ schon einmal mit. Die Stadt bietet die drei Stellflächen in dieser Form seit 2014 an. Es habe ja einige Zeit gedauert, bis dieses „Kleinod“ entdeckt wurde. Der Tourismus mit dem Wohnwagen in Deutschland legt schon seit einigen Jahren relativ stetig zu, das Coronajahr mit all den Beschränkungen für das Ausland scheint diesen generellen Trend noch einmal zu verstärken.

Bismark bekommt ein Stückchen vom oft genannten bundesweiten Boom ab, obgleich die altmärkische Stadt abseits der ganz großen Straßen und Touristenzentren liegt. Der Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Badeanstalt, ist nicht mit einem Campingplatz zu vergleichen. An einen solchen soll er auch gar nicht heranreichen. Er passe Bismark einfach ins Konzept, nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Die Stellplätze am Kolk sollen noch stärker ausgeschildert werden, damit Besucher diese noch besser finden.“ Auf den neuen Internetseiten der Stadt sei das Angebot schon mehr als vorher beworben worden. Das Zufahrtstor soll in absehbarer Zeit erneuert werden. Die Rathauschefin sieht den Caravanplatz auf dem richtigen Weg.

Die Betreibung des Freibades stand auf der Kippe, über das Leader-Programm sollte und musste es unbedingt aufgewertet werden. Arbeiter hatten Sanitärbereich, Duschen, Umkleidekabinen sowie die Verkaufs- und Eingangsgebäude auf dem Zettel. Gesamtkosten: 170 000 Euro, davon 97 000 Euro Fördergeld. „Um den Tourismusbonus zu erhalten, wurde entschieden, auf dem Gelände Caravanstellplätze mit Strom und Abwasseranschluss zu errichten“, weiß Schwarz noch. 10 000 Euro wurden investiert. „Die Maßnahme wurde im Jahr 2012 begonnen und 2013 zur Badesaison abgeschlossen.“ Im Grunde sei der Stellplatz nicht an die Badesaison gekoppelt. Er kann von März bis Oktober genutzt werden.

Die Anmeldung erfolgt über eine Telefonnummer, die im Internet zu finden ist und am Kolk aushängt. Weitere kommunale Stellplätze für Reisemobile und Wohnwagen gibt es in der Einheitsgemeinde nicht, auch sind laut der Bürgermeisterin gegenwärtig keine weiteren geplant. So oder so wünsche sie sich: „Dass Besucher nach Bismark kommen und sich hier wohlfühlen, sie die Einheitsgemeinde und die Altmark für sich entdecken. Und dass unsere Gaststätten und Läden davon profitieren.“ Inwieweit die in einigen Jahren nach Norden verlängerte Autobahn 14 zusätzlichen Schwung bewirken kann, bleibt abzuwarten. Die 20 Ortschaften der kommunalen Familie wollen jedenfalls touristisch zulegen.

Und noch einmal für Zahlenfreunde zurück an den Kolk: Im ersten richtigen Nutzungsjahr 2014 war der Platz gerade einmal an sechs Tagen belegt, 2015 an drei. 2016 ist eine Nullnummer gewesen, niemand kam. Für das Jahr darauf zählt das Rathaus sechs Belegungstage, für 2018 am Ende vier, für 2019 mindestens 19. Allesamt sind dies Angaben, welche die Stadt im September 2019 übermittelt hat. Fahrzeuge und Besucher werden offenbar erst seit diesem Jahr genauer gezählt und aufgelistet, was nicht allein etwas mit Corona zu tun haben dürfte. Der Caravanplatz am Bade- und Angelgewässer Kolk scheint in der Erfolgsspur. Und das möchte man im Rathaus auch mit Zahlen belegen. VON MARCO HERTZFELD  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare