Rathaus nimmt sich für Pakt-Investition Partner und drückt aufs Tempo

Bismark: Schulen hängen digital hinterher

Bund und Länder gehen in die Offensive, die Schulen sollen republikweit digital zulegen. Mit moderner Technik im Englischunterricht und anderen Fächern umzugehen, soll zur Selbstverständlichkeit werden.
+
Bund und Länder gehen in die Offensive, die Schulen sollen republikweit digital zulegen. Mit moderner Technik im Englischunterricht und anderen Fächern umzugehen, soll zur Selbstverständlichkeit werden.

Bismark – Die weitere Digitalisierung der Grundschulen stehe im Hausaufgabenheft von Politik und Verwaltung weit oben, betont Annegret Schwarz (CDU) gegenüber der AZ.

Allerdings habe diese Maßnahme wegen der Corona-Pandemie „eine Zeit lang nicht konsequent vorangetrieben“ werden können.

„Derzeit binden wir einen Partner, der uns fachlich bei der Umsetzung unterstützt.“ Wer das ist und was er kostet, darüber informiert die Bürgermeisterin nicht. Der viel erwähnte Digitalpakt Schule von Bund und Ländern ermöglicht allein für die beiden Lernorte der Einheitsgemeinde Bismark eine Fördersumme von insgesamt bis zu genau 144 248 Euro. Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent.

„Die technische Ausstattung unserer Schulen ist enorm wichtig. Das haben uns die letzten Monate gezeigt“, spielt Schwarz nicht zuletzt auf die Schulschließungen an, als der Datenfluss über den Computer noch einmal eine ganz andere Rolle spielte. Die allgemeine Krise habe auch gezeigt, dass alle Lehrkräfte „die notwendigen Fähigkeiten zur Nutzung dieser Technik besitzen“ sollten und nicht nur einige. Und zur Technik selbst: „In der Grundschule in Bismark gibt es bereits eine gute IT-Ausstattung. Dort gehe es gegebenenfalls darum, den Bestand zu erneuern und zu erweitern. „In Schinne ist die Ausstattung nicht mehr zeitgemäß, hier wird ein ganz neues Niveau angestrebt.“

Vereinfachte Antragsverfahren seien auch für die Kommune ein wichtiger Aspekt, reagiert die CDU-Frau auf einen Vorstoß von Dr. Marcus Faber. Der FDP-Bundestagsabgeordnete aus Stendal fordert, die zahlreichen Vorschriften des Digitalpaktes Schule wie etwa die Erstellung komplexer technisch-pädagogischer Einsatzkonzepte zu lockern. „Die Sommerferien und der Auftragsrückgang bei den Handwerkern durch die Krise sollten zur schnellen Umsetzung der Digitalisierungsprojekte an Schulen genutzt werden.“ Allein in Sachsen-Anhalt könnten hunderte Schulen noch 2020 davon profitieren, glaubt der Liberale. Die Coronakrise habe den „riesigen Nachholbedarf“ bei der Digitalisierung deutlich gemacht.

Die Anträge beim Digitalpakt Schule seien immerhin schon einfacher als die der sogenannten IKT-Förderung, bei der EU-Mittel fließen, findet Bismarks Bürgermeisterin. Warum ein Lernort ein Schulkonzept vorlegen müsse, wenn es doch um eine Grundausstattung gehe, die es längst geben sollte, erschließe sich ihr nicht. „Kurz gesagt, das Schulkonzept ist eine vollkommen überzogene Forderung. Hier könnten ich sowie auch mein Hauptamtsleiter stundenlang Ausführungen machen.“ Dass es bei Handwerkern in den Sommerferien weniger Aufträge geben werde, kann Schwarz so nicht erkennen. Bislang habe sie eher eine gute Auslastung auch in Ferien feststellen können.

Der Digitalpakt ermögliche Investitionen in die passive Infrastruktur und Endgeräte. Das Netz der Grundschule Bismark sei auf einem guten Stand, schätzt die Christdemokratin ein. Dort gehe es im Kern um Endgeräte wie Schüler-PC, mobile Geräte und Präsentationsmedien in Form interaktiver Tafeln. „In Schinne soll das passive Netz, also die Verkabelung der Klassenräume, ertüchtigt werden. WLAN im Gebäude ist wünschenswert und auch hier sind mobile Endgeräte und interaktive Tafeln geplant.“ Noch einmal ein Blick aufs große Ganze: Bundesweit sind laut FDP-Mann Faber bislang nur annähernd 150 Millionen Euro der mehr als fünf Milliarden Euro im Digital-Topf abgerufen.

Dass die Planungen zur Breitbanderschließung der Schulstandorte laufen, erscheint Schwarz auch wichtig. „Hier gibt es ein entsprechendes Landesprojekt. Gute Technik kann heutzutage nur genutzt werden, wenn entsprechende Datenleitungen anliegen.“ Auch liefen mehrere Projekte, die auf eine bessere IT-Ausstattung von Schulen abzielten. Bund und Land arbeiteten an einer Richtlinie „Sofortprogramm zur Beschaffung digitaler Endgeräte für Schulen“. Des Weiteren gebe es einen neuen Antragsaufruf innerhalb besagter IKT-Richtlinie. „Die Herausforderung wird sein, die Möglichkeiten aller vorhandenen Programme zu nutzen.“ Und: Folgekosten müssten im Blick behalten werden. Sie seien schon bei der Beschaffung ein wichtiger Aspekt. VON MARCO HERTZFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare