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Bismarker Pensionsleiterin sieht keinen eigenen Vorteil in neuer Drahteselpiste

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Der Rasen, wo früher die Gleise lagen. Links ist ein Graben, im Hintergrund ist der Bismarker Bahnhof zu sehen.
Einen Nutzen für ihr Geschäft sieht Evelin Braun, Besitzerin einer Pension und eines Blumenladens in Bismark, nicht. Dennoch freut sie sich auf den zukünftigen Radweg Hohenwulsch-Kalbe, der auch am alten Bahnhof vorbeiführen wird. © Lisa Maria Krause

Einen möglichen Einfluss des zukünftigen Radweges zwischen Hohenwulsch und Kalbe auf ihre Pension sieht Evelin Braun nicht. Dennoch freut sie sich auf den Bau.

Bismark - „Das kann ich mir total schön vorstellen. Für die Region Kalbe-Bismark wird das toll“, ist sie sich sicher.

Die Bismarkerin führt einen Blumenladen und eine Pension in der Ortschaft. „Das Haus hatte schon immer ein Hotel drin“, berichtet sie der AZ. Als Braun das Haus übernahm, führte sie die Pension weiter, reduzierte aber die Zimmer von sieben auf drei. „Radfahrer sind eher die Ausnahme“, erklärt Braun. Sie könne an ihren Händen abzählen, wie viele Radfahrer bei ihr eingekehrt wären, seit sie die Pension 2004 übernahm.

Der Teich.
Einen Geheimtipp entlang der Drahteselpiste hat Braun bereits: ein versteckter Teich hinter dem Bahnhof. © Lisa Maria Krause

„Ich bin auch nicht scharf auf die Radfahrer“, gibt die Floristin zu. Die Spontanität der Pedalritter passe nicht in ihr Geschäftsmodell. „Sie werfen auch mal Pläne über den Haufen.“ Dafür seien sie andererseits aber auch nicht anspruchsvoll. Mit dem Bau des Radweges nach Kalbe 2023 sieht Braun dort auch keine Veränderung, denn richtige Radtouren auf der Strecke erwartet sie nicht. Zumindest keine, die mit Übernachtungen entlang der Strecke verbunden sind. Selbst nicht, wenn die Bismarker Radwege nach Stendal oder gar nach Gardelegen verlängert würden.

„Prinzipiell wird das schwierig sein“, denn die Gegend sei zwar schön, aber die Elbe sei einfach viel näher dran an größeren Ortschaften und dem Radwegenetz. „Radwege sollten überall sein“, ist die Bismarkerin dennoch von dem Nutzen des Baus überzeugt.

Eins der Gästezimmer mit Bett, Sitzecke, TV und Bad.
In die drei angebotenen Gästezimmer mieten sich nur selten Fahrradfahrer ein. © Lisa Maria Krause

„Ich kann mir das total schön vorstellen.“ Der Anschluss zwischen Hohenwulsch und Bismark habe bereits so viele gute Resonanzen hervorgebracht. Braun ist von der Idee begeistert, dass der neue Radweg auf der ehemaligen Strecke der Altmärkischen Kleinbahn quer durch die Felder führen wird. So könnten auch kleinere schöne Orte entlang der Strecke mehr Aufmerksamkeit bekommen. Braun hat gleich einen Geheimtipp: Hinter dem ehemaligen Bahnhof und dem Gelände der Rinder-allianz in Bismark gibt es einen kleinen, von Bäumen verborgenen Teich.

„Der ist super schön.“ Die älteren Bismarker wüssten, wovon sie spreche, sagt die Floristin. Jüngere würden diese Stelle nicht kennen. Mit Blick auf den Radweg kann sie sich dort gut Bänke zum Ausruhen vorstellen. „Vielleicht kann man noch andere Ecken finden auf der Strecke“, überlegt Braun.

Die AZ unterhält sich mit Menschen, auf die der neue Radweg Hohenwulsch-Kalbe Einfluss nehmen könnte.

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