Auftraggeber zeigt sich mit „Schlösschen“ zufrieden

Bismark: Mehr Wohnblöcke sollen mit Graffiti gestaltet werden

Auf der gesprayten Hauswand sind ein Gärtner mit Schubkarre und eine Kutsche zu sehen.
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Ein gesprayter Gärtner begrüßt nun die Besucher eines Wohnhauses an der Straße der Einheit in Bismark.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Wer hin und wieder die Straße der Einheit in Bismark entlangfährt, dem wird es schon ins Auge gefallen sein: Das „Schlösschen“, ein Wohnhaus, das von Salzwedeler Graffitikünstlern zum barocken Gutshaus umgestaltet wurde, ist inzwischen fertig (AZ berichtete).

Bismark - Einer der Künstler, Martin Klahs, kann im Gespräch mit der AZ über das abgeschlossene Projekt gleich noch etwas verkünden: Es sollen noch mehr in Bismark dazukommen.

Klahs zeigt sich sehr glücklich mit dem Ergebnis. Anfang Dezember hatten die Künstler ihre Arbeiten an dem Wohnhaus gestoppt. Da waren etwa drei Viertel fertig. Im März fehlten dann nur noch die Details. „Im Frühjahr waren noch die ‘Hecke’ und der Giebel dran. Seitdem ist das erledigt.“ Aufgrund des lang anhaltenden Winterwetters hätten sie vergleichsweise spät wieder begonnen. „Wir sind total zufrieden. Wir hatten sehr viel Freiheit“, findet Klahs. Der Auftraggeber, Alexander Tietz von der Baugenossenschaft Bismark-Altmark (BGBA), habe ihnen komplett freie Hand gelassen und gleich den ersten Vorschlag eines belebten Gutshauses mit verschiedensten Motiven angenommen.

Die Bewohner des Hauses seien anfangs ganz verblüfft gewesen und hatten nicht gewusst, was aus dem Projekt werden soll. Später fanden sie es spannend. „Das war wirklich ein hässliches Objekt. Jetzt ist es zu einem Namen gekommen“, sagt der Künstler. Auch Tietz sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden gewesen und habe gleich das nächste Objekt gewollt.

Der „Pferdestall“ auf der rechten Seite des Gebäudes beinhaltet auch eine Katze.

Viel mehr als das kann Klahs aber noch nicht über kommende Projekte im Bismarker Raum verraten. „Theoretisch noch ein Wohnblock, aber noch ist nichts dingfest“, erklärt der Graffitikünstler. Ein Projekt könnte noch in diesem Jahr beginnen, ein größeres in 2022. Tietz stand bei einer AZ-Anfrage für weitere Informationen leider nicht zur Verfügung.

Als Graffitikünstler gebe es zwei Varianten, erklärt Klahs: Entweder sie sehen sich als Künstler mit einer komplett eigenen Note oder sie sehen sich als Dienstleister und setzen die Wünsche ihrer Kunden um. Die Salzwedeler sehen sich eher als Letzteres. „Es ist auch speziell, umzusetzen, was der Kunde sich wünscht. Das macht uns zufrieden und stolz.“ Die Vielfalt von Kunden, die ganz spezifische Wünsche haben, bis zu jenen, die den Künstlern freie Hand lassen, sei reizvoll in ihrer Arbeit.

„Die Abwechslung machts.“ Sein Team wachse mit jedem neuen Projekt. „Wir machen Sachen, die wir privat nicht gemacht hätten“, sagt Klahs. Es freue sie natürlich, auch Projekte etwas weiter weg von ihrem üblichen Wirkungsort in Salzwedel zu haben.

Das „Schlösschen“ sei auch für sie ein Meilenstein gewesen. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Denn ein Objekt in einer solchen Größenordnung zu „verwandeln“, war für die Graffitikünstler noch neu.

Obwohl Klahs oft kein längerfristiges Feedback von Menschen bekommt, die seine Werke erst später sehen, weiß er um die Kritik: „Von 100 Menschen wird es nie allen 100 gefallen.“

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