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Bismark: Mehr Absauganlagen gegen Abgas in Gerätehäusern gewünscht

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Von: Lisa Maria Krause

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Hauptuntersuchung bei Dekra
Eine Absauganlage wie diese soll bald die Feuerwehrleute im Hohenwulscher Gerätehaus vor Abgasen schützen. Dieter Klapötke wünscht sich, dass mehr Gerätehäuser mit so einer Vorrichtung ausgestattet werden. © Marijan Murat

Das Thema Brandschutz kommt derzeit immer wieder zur Sprache. Dieses Mal ging es aber weder um geförderte Führerscheine noch um neue Investitionen im großen Stil. Vielmehr bereitet den Bismarker Stadträten die Sicherheit der Feuerwehrleute in ihren eigenen Gerätehäusern Sorgen.

Bismark - Anstoß dazu war die geplante Installation einer Absauganlage im Gerätehaus von Hohenwulsch. Die Vorrichtung – laut beschlossenem Haushalt im Wert von 11 000 Euro – soll die Feuerwehrleute vor den Emissionen ihrer Fahrzeuge schützen.

In Hohenwulsch gebe es beispielsweise das Problem, dass das Fahrzeug eine Weile im Stand laufen müsse, bevor es in den Einsatz fahren kann, erklärte Marco Henschel, Leiter des Hauptamtes, im Stadtrat. Wie bei Lkw sind auch in den Einsatzfahrzeugen druckbetätigte Bremsen eingebaut. Dieser Druck muss zuvor aufgebaut werden, sonst können die Bremsen nicht betätigt werden, wie Henschel erläuterte.

Dieter Klapötke (AFW), Ortsbürgermeister von Grassau, wunderte sich, dass solche Absauganlagen nicht für das Gerätehaus in seiner Ortschaft und viele andere angeschafft werden. „Das Feuerwehrgerätehaus ist eigentlich eine Garage in Grassau“, erklärte er.

Die Ortschaft strebe schon länger einen Durchbruch zum Raum daneben an, damit eine separate Umkleide geschaffen werden könne. „Es sind 20 Feuerwehrgerätehäuser, wo es auch so ist“, befand Klapötke und unterstellte der Einheitsgemeinde eine „vorsätzliche Gefährdung“.

Henschel hielt dagegen: Ja, die Dieselmotorenemmission sei am Austragungsort aufzufangen, aber die Verwaltung sehe sich jedes Jahr die Priorisierung an und rüste Stück für Stück nach. So sind für 2023 bereits 10000 Euro für eine weitere Anlage eingeplant. „Im Rahmen der Haushaltsplanung planen wir, wo noch Absauganlagen nötig und sinnvoll sind.“ Das hänge von verschiedenen Kriterien ab. Klapötke verlangte dennoch eine Risikoanalyse.

Ein Vorschlag fand großteilig Zustimmung: So könnte es einfacher und schneller sein, ein Schild mit Warnhinweisen anzubringen, damit die Kameraden vor dem Starten des Motors die Tore öffnen. Das fand auch bei Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, Unterstützung: „Eigenschutz geht vor allem anderen.“

Das sei allen Kameraden bekannt. Es sei kein Problem, solche Schilder aufzustellen. „Das kostet uns ja keine große Mühe. Ob die Kameraden das lesen, ist eine andere Sache.“ Aber die Gemeinde würde sich so absichern.

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