Caravanplatz keine Nullnummer mehr

Für Bismark ein großer Sprung: Kolk-Flächen 2019 bereits an 19 Tagen belegt

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In altmärkischer Tourismushochburg: Auch in Tangermünde, ähnlich groß wie Bismark, gibt es einen Caravanplatz. Allerdings ist dieser noch deutlich gefragter.

Bismark – Der Tourismus mit dem Wohnwagen in Deutschland boome, heißt es immer wieder. Davon bekommt sogar der Bismarker ein Stückchen ab, obgleich seine Stadt abseits der ganz großen Straßen und Touristenzentren liegt.

An 19 Tagen ist der Caravanplatz nahe dem Kolk in dieser Saison bereits belegt gewesen.

Ein Riesensprung, die Zahl aus dem Vorjahr, als Reisende an vier Tagen dort Station machten, hat sich damit fast verfünffacht. „Der Stellplatz ist natürlich nicht mit dem großen Campingplatz zu vergleichen, aber er ist schön gelegen, in unmittelbarer Nähe der Badeanstalt mit Spielplatz“, weiß Bürgermeisterin Annegret Schwarz.

Die Stellplätze direkt am Kolk sind Mitte dieser Woche nicht belegt. Politik und Verwaltung zeigen sich mit der Entwicklung zufrieden, hoffen aber auf noch mehr.

Die Stadt bietet die drei Stellplätze in dieser Form seit 2014 an. Im ersten Jahr war der Platz laut Schwarz an sechs Tagen belegt, 2015 an drei. 2016 ist eine Nullnummer gewesen, niemand kam. Für das Jahr darauf zählt das Rathaus sechs Belegungstage und für 2018 am Ende vier. Unterm Strich war der Caravanplatz in den sechs Jahren an 38 Tagen belegt. Wie viel Fahrzeuge und Besucher es jeweils genau gewesen sind und woher sie kamen, dazu gibt es keine weiteren Informationen. Bestimmte Daten würden schlichtweg nicht erfasst. Nur noch so viel: „Die Masse der Besucher bleibt ein bis zwei Tage.“ Die Preise scheinen moderat, je angefangene 24 Stunden sind zwölf Euro fällig, dazu kommen noch die Kosten für Strom und Wasser. Das Geld landet in der Stadtkasse.

Dank des Leader-Förderprogramms konnte die Kommune 2013 knapp 10  000 Euro in die Infrastruktur des Platzes investieren. Anschlusssäule für Strom und Trinkwasser sowie die Möglichkeit zur Entsorgung des Grauwassers wurden geschaffen. Letztgenanntes ist gering verschmutztes Abwasser, wie es zum Beispiel beim Duschen oder Händewaschen anfällt. Der Einsatz scheint sich allmählich auszuzahlen. Die Christdemokratin gegenüber der AZ: „2019 gab es einen erfreulichen Anstieg bei der Nutzung. Wir hoffen, dass dies ein Trend ist, der sich fortsetzt und dass das Angebot noch bekannter wird.“

Die Einheitsgemeinde betreibt den Platz, auf dem Menschen mit einem Wohnwagen, auch Caravan genannt, genauso willkommen sind wie die mit dem Wohnmobil. Das Angebot bereichere die „touristische Erschließung der Ortschaft und der Region“, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Denn: „Der Platz ist eine Möglichkeit zum Zwischenhalt und idealer Ausgangspunkt zum Beispiel für Fahrradtouristen. Den Schwerpunkt bilden Kurzzeitbesucher, die dort übernachten, Bismark und Umgebung erkunden, den Kolk als Bademöglichkeit nutzen und zum Beispiel Trinkwasser auffüllen und Grauwasser entsorgen müssen.“

Die Kernstadt und die Ortschaften drum herum könnten durchaus touristisch punkten. „Die Gäste, mit denen ein Kontakt zustande kommt, äußern sich sehr positiv“, will das Stadtoberhaupt wissen. Die Kommune könne sich sehenlassen, sie sei ordentlich aufgestellt. Schwarz zählt auf: „Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Freibäder, Bibliothek, Heimatstube, Sehenswürdigkeiten von der Goldenen Laus bis zum Hünengrab und ganz viel Natur und Ruhe.“ Und irgendwie mitten hinein und dazu gehört der Caravanplatz, der laut Internetseite der Stadt auch außerhalb der bereits beendeten Badesaison nutzbar ist.

VON MARCO HERTZFELD

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