Freude über Öffnungen

Frauentag ist Aufstieg in die Saison für Blumenläden

Im Fenster eines Blumenladens spiegelt sich das Bismarker Rathaus.
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Das Rathaus spiegelt sich im Ladenfenster. Besonders Unternehmen und Verwaltungen besorgen ihren Mitarbeiterinnen zum Frauentag eine Blume, weiß Bismarker Floristin Evelin Braun. Das sei noch wie zu Ost-Zeiten.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Endlich wieder auf! Das dachten sich wohl viele Friseure, Floristen und Baumarkt-Mitarbeiter im Land Anfang dieser Woche. Auch in Bismark gab es Grund zur Freude, denn die Resonanz der Kunden zu der Öffnung ist gut. Gerade, weil der Frauentag am Montag, 8. März, nicht mehr weit hin ist.

Bismark - Besonders Blumenläden profitieren von diesem weiteren Datum neben Valentinstag im Frühjahr. „Bei uns ist der Frauentag der Aufstieg in die Saison. Valentinstag ist da nicht so, aber mit dem Frauentag geht es dann vorwärts“, sagt Evelin Braun, die in Bismark einen Blumenladen führt, dazu. Umso schöner, dass sie wieder offen habe.

„Wir haben schon vieles in Bestellung.“ Oft seien es Firmenchefs, die für ihre weiblichen Angestellten einkauften, berichtet Braun. Wie zum Beispiel die Stadtverwaltung. Aber auch die Seniorenheime würden kleine Aufmerksamkeiten für ihre Bewohnerinnen besorgen. „Sehr beliebt sind einzelne Blüten, aber zum Frauentag wird alles mögliche gekauft. Sträuße und auch länger Haltbares wie Blumentöpfe.“

Die Öffnung macht der Floristin Freude

„Na, Gott sei Dank!“, sagt Braun zu der Öffnung ihres Ladens nach zweieinhalb Monaten Lockdown. „Ich dachte, dass diese Woche vielleicht nicht so doll wird.“ Aber die Nachfrage bewege sich seit der Öffnung auf ähnlichem Niveau, wie sonst bei gutem Wetter zu dieser Jahreszeit. Vor allem Frühblüher, Stiefmütterchen und andere Pflanzen, die im Frühling eingesetzt werden, würden gern gekauft. „Da gibt es jetzt Nachholbedarf.“

Bestellungen gab es vorher nur per Telefon und Abholung und mehr als einmal musste die Floristin auch Anfragen ablehnen. „Ich habe höchstens zehn Prozent von dem bestellt, was ich mir sonst von den Großhändlern hole. Das Angebot war einfach nicht so gut. Und für zwei Sträuße die Woche habe ich auch nicht extra Blumen liefern lassen.“ Mindestens einen Tag Vorlaufzeit habe sie gebraucht. Bei größeren Anlässen, musste es vorher angemeldet werden. Die Zeit, die die Floristin zuhause verbrachte, hat sie gut genutzt. „Ich habe neu tapeziert. Renovieren war mal wieder dran.“ Im Frühjahrslockdown 2020 hatte sie sich um ihren Garten gekümmert, wie sie berichtet.

„Blumen sind eben ein Luxus“ - Verständnis für mögliche erneute Schließungen

Nun baue Braun sich wieder ein gutes Geschäft auf. „Ich hoffe nur, dass sie uns das Ostergeschäft nicht wieder verbieten.“ Gerade das wäre für sie wichtig. „Falls es aber doch wieder eine Schließung gibt, habe ich dafür auch Verständnis. Blumen sind eben ein Luxus.“ Natürlich seien Braun und ihre Mitarbeiter unsicher, ob nicht in der kommenden Woche wieder geschlossen werden müsste. „Aber dann ist das halt so!“

Ihr sei die Gesundheit aller doch wichtiger als ihr Geschäft. „Es wäre natürlich schön, wenn das Impfen endlich richtig in die Gänge kommen würde.“ Im Fernsehen verfolge Braun, wie schnell es in anderen Ländern ginge. Da frage sie sich, wann es im Landkreis Stendal so weit sei. „Termine werden überall vergeben. Da kommen nicht nur viele zu uns, sondern auch Bekannte von mir, die zu der ersten Gruppe gehören, fahren zum Impfen in ein anderes Bundesland.“ Dass dies stark davon abhänge, wie mobil ältere Menschen sind und ob sie Hilfe dabei haben, macht ihr Sorgen.

„Aber bei meinen Kunden habe ich immerhin festgestellt, dass sich alle an die Masken gewöhnt haben.“ Es gebe kaum noch Maskenmuffel in ihrem Laden, wie es sie im vergangenen Frühjahr gab. Mehr als die Hälfte von Brauns Kundschaft ist älter, da sei das mit dem Verständnis auch schwieriger.

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