Informativer und mit Pep: 40 000 Euro für kommunale Immobilienplattform

Bismark: Finanzspritze hilft Brachen-Manager

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Die frühere Grundschule in der Bismarker Ortschaft Dobberkau steht bereits seit fünf Jahren leer.

Bismark – Die neue Datenbank zu verlassenen Immobilien und leeren Flächen soll deutlich mehr bieten und nicht zuletzt verstärkt junge Leute ansprechen. Schließlich hätten auch sie Ideen und Geld.

Das Brachflächenmanagement kann fortgeführt, die Datenplattform verbessert werden. Der Fördermittelbescheid liege seit dieser Woche vor, verkündet Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) gegenüber der AZ.

40 000 Euro kommen von der Investitionsbank des Landes. Insgesamt 10 000 Euro der beteiligten Kommunen fließen noch hinzu. Was auch damit keine Riesensumme ergibt, könnte dennoch gut angelegt sein. „Wir alle wollen doch den Leerstand in der Altmark spürbar reduzieren.“

Ausgemusterte Gebäude sind Kommunen oft ein Klotz am Bein. Neue Eigentümer zu finden, dabei soll das Internet helfen. Der Auftritt ist für 2020 bald selbst Baustelle.

Das Projekt baut auf die Initiative „Luxus der Leere“ und ein kommunales Immobilienportal auf. Die Federführung hat laut Schwarz dieses Mal die Einheitsgemeinde Bismark, davor zeichnete mehr oder weniger die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck für Antrag und Umsetzung verantwortlich, eine Kommune muss es dafür bei solchen Projekten immer geben. Das aktuelle Vorhaben ist auf zwei Jahre angelegt, spätestens im August 2020 soll die neue Datenbank komplett genutzt werden können. Der Vorläufer steht nach wie vor im Netz und werde durchaus genutzt, versichert die Bürgermeisterin. So habe es beispielsweise immerhin Nachfragen zur früheren Grundschule in Dobberkau gegeben.

An der neuen Datenplattform sollen Schwarz zufolge alle neun Einheits- und Verbandsgemeinden im Landkreis Stendal, mehr als bislang, und das westaltmärkische Kalbe beteiligt sein. Einige Schlagwörter aus dem Antrag: lokale Anpassungsstrategie, Leerstandsmanagement und Daseinsfürsorge. Was nach einem drögen Politikseminar klingt, soll möglichst viele Dörfer und Städte voranbringen. Der Leerstand sei mancherorts groß, private wie öffentliche Objekte bleiben ungenutzt und verfallen. Das Übel soll nicht verwaltet, sondern bekämpft werden. Ziel der Onlinevermarktung ist und bleibt es, verlassene Häuser und Grundstücke zu verkaufen oder zu vermieten und die Region zu beleben.

Das Brachen- und Leerstandsmanagement wird seit Dezember 2018 durch das Existenzgründerzentrum BIC in Stendal wahrgenommen. Kontakte werden hergestellt, weitere Unterstützung gegeben, nicht mehr und nicht weniger. Das Management koordiniert die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen. An dem Selbstverständnis dürfte sich nicht viel ändern. Die verbesserte Datenbank soll nicht nur Hinweise zu den diversen Problemimmobilien liefern, sondern auch möglichst viele zu den Orten, in denen diese stehen. Bismarks Bürgermeisterin: „Flächennutzungsplan, Angaben zu Apotheken und Ärzten, kulturelle Angebote ...“ In der Region soll es mehrere Tausend leere Objekte geben.

VON MARCO HERTZFELD

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