Stadt kauft Horträume und denkt dabei an den engen Lernort selbst

Bismark: Container könnten Schule machen

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Ein Blick über den Zaun auf die Container des Schulhortes. Der Bismarker Stadtrat hat gerade gut einen Kilometer weiter seine Sitzung beendet, es dämmert bereits. Die Module gehören ab Sommer der Stadt.

Bismark – Die Einheitsgemeinde will keine halben Sachen mehr machen und kauft die Raumcontainer des Schulhortes in Bismark. Bislang war die Anlage gemietet. Auf längere Sicht rechne sich Eigentum einfach mehr und der Zeitpunkt sei schlichtweg günstig.

Die Anlage hinter dem Schulgebäude an der Wilhelm-Lüdecke-Straße hat laut Rathaus einen aktuellen Wert von knapp 70 000 Euro, die monatliche Miete beträgt etwas mehr als 1400 Euro.

Unter Berücksichtigung bereits gezahlter Beträge überweist die Stadt genau 27 893,60 Euro. Der Stadtrat hat der außerplanmäßigen Ausgabe am Mittwochabend geschlossen zugestimmt. Es dürfte auch ein Bekenntnis zur Grundschule insgesamt sein.

Ab Mitte Juli sollen die Raumcontainer dann der Einheitsgemeinde gehören. Die Kommune trägt zwei Grundschulen, eine in Bismark, eine in Schinne. Stadtratsvorsitzender Andreas Cosmar (FWB) sprach in der Mehrzweckhalle der Stadt kurz von der verlorenen Schule in Dobberkau und dass diese sich ja sehr wahrscheinlich nicht irgendwann wieder öffnen lasse. Und die Bildungsstätte in der Kernstadt Bismark werde wohl auch in absehbarer Zeit keinen Anbau erhalten. Schule und Hort liegen überall im Landkreis oftmals dicht beieinander. Die Container der Grundschule in Bismark wurden 2017 aufgestellt. Dadurch konnte die Betreuungskapazität von 140 auf 165 Hortplätze erhöht werden.

Die Kommunalpolitiker sehen eine gute Investition. Derzeit sei nicht zu erwarten, dass die Kinderzahlen im Hort mittelfristig und dauerhaft unter 140 sinken. Zum 1. August und dem Schuljahrgang 2020/21 liegen laut Verwaltung 155 Anmeldungen für Hortplätze vor. Sollten die Zahlen im Hort wider Erwarten doch sinken, könnte die Anlage durch die Schule mit genutzt werden, es müsste nur ein Antrag gestellt werden. „Dies würde die Kapazitätsprobleme der Schule mildern“, heißt es in dem von Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) unterzeichneten Beschlusspapier. Die Grundschule verfolge ein inklusives Konzept, gerade für die Fördergruppen der Einrichtung gebe es momentan nur recht begrenzten Platz.

Die Raumcontainer seien in einem guten Zustand, auch das Fundament könne sich noch sehen lassen, schätzte Cosmar bei der Sitzung ein. Die Anlage halte locker noch etliche Jahre durch. 209 Kinder drücken normalerweise in Bismark die Schulbank, 82 in Schinne. Anfang Mai könnten zumindest die Viertklässler nach der Corona-Zwangspause zurückkehren. Baustart für die Sporthalle in Schinne soll übrigens Ende Mai sein. Diesen ungefähren Termin hat Bürgermeisterin Schwarz an dem Abend genannt. Gut eineinhalb Millionen Euro werden in der Bismarker Ortschaft verbaut (die AZ berichtete). Bislang nutzen die Kinder dort für den Schulsport vor allem den ehemaligen Saal einer Gaststätte.

VON MARCO HERTZFELD  

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