2G plus abgewiesen

2G bringt Gastro-Standbein zum Stolpern

Jörn Teuber und Petra Kügler hinter der Theke. An der Wand ist ein frei hängendes Kabel für eine Lampe zu sehen.
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Gastronom Jörn Teuber, Inhaber des „Weißen Schwans“ in Bismark, und seine Lebensgefährtin Petra Kügler sind erleichtert, dass Sachsen-Anhalt nicht 2G plus einführt. Gerade erneuern sie ihre Bierauswahl und damit auch die dazu passenden Lampen mit den Markennamen.

Die Gastronomen müssen immer wieder zittern, wenn die Bundesländer über strengere Corona-Regeln beraten. Jörn Teuber, Inhaber des „Weißer Schwans“ konnte allerdings nach den jüngsten Entscheidungen aufatmen.

Bismark - „Wir sind Herr Haseloff dankbar, dass er 2G plus nicht durchgesetzt hat. Damit spreche ich sicherlich im Namen jedes Gastronomen“, berichtet der Betreiber der Bismarker Gaststätte der AZ. Gegen die 3G-Regel hat er nichts.

Die diskutierte Variante, 2G plus mit Ausnahme von geboosterten Menschen einzuführen, sieht Teuber kritisch: „Da würde nochmal ein Bruchteil abbrechen, die eben nicht geboostert sind.“ Das sei aber eine Option, falls 2G plus auch in Sachsen-Anhalt eingeführt werden müsste. Sonst wäre er aber grundsätzlich gegen 2G plus.

3G sei bereits eine überraschend positive Geschichte gewesen, als es nach dem Winterlockdown 2020/21 eingeführt wurde. „Viele haben das gut angenommen“, erklärt Teuber, obwohl vereinzelt auch mit Verweisen aus dem Gasthaus gedroht werden musste. Mit 2G wurde dann aber wieder alles kompliziert. „Ich habe so nicht damit gerechnet.“ Das bedeutete einen Umsatzverlust von einem Drittel im Vergleich zu der 3G-Regel.

Gäste werden schon vor der Tür und im Vorraum auf die aktuellen Regeln hingewiesen.

Durchaus positiv war für den Inhaber allerdings, herauszufinden, wie viele seiner Kunden geimpft sind. Für ihn und seine Lebensgefährtin Petra Kügler verlief der vergangene Dezember dennoch ernüchternd. 15 Feiern seien geplant gewesen, nur eine blieb übrig, berichtet Kügler: „In jeder Familie gibt es jemanden, der nicht geimpft ist.“ Dabei seien Familienfeiern ein wichtiges Standbein für die Bismarker Gastronomen, die zusätzlich noch die Veranstaltungshalle „Tivoli“ betreiben.

Dort finde aber derzeit so gut wie nichts statt. „Wir sind nicht ausgelastet hier. Warum sollten wir da öffnen?“, erklärt Kügler. Vorher hätten in der Halle fast jedes Wochenende im Winter eine Familienfeier oder eine Tanzveranstaltung mit von 70 bis zu um die 100 Personen stattgefunden.

Umgelagert wurden so unter anderem die regelmäßigen Rommé-Turniere vom „Tivoli“ in den „Weißen Schwan“. Die Teilnehmer organisieren diese seit dem Lockdown-Ende wieder jeden zweiten Sonntag im Monat. Ursprünglich wurde dabei auch immer ein Skat-Turnier ausgetragen, derzeit wird nur Rommé gespielt.

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