„Lief nicht so sauber durch“

Bilanz zum Warntag: Bismarker Stadtchefin will Sirenen aufrüsten

Sirenen gibt es zahlreiche im Landkreis Stendal. Allesamt standen sie kürzlich auf dem Prüfstand. Dieses Bild zeigt die Sirene auf dem Gerätehaus der Feuerwehr in Osterburg.
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Sirenen gibt es zahlreiche im Landkreis Stendal. Allesamt standen sie kürzlich auf dem Prüfstand. Dieses Bild zeigt die Sirene auf dem Gerätehaus der Feuerwehr in Osterburg.

Bismark – Vor knapp einem Monat wurde bundesweit der erste deutsche Warntag seit der Wiedervereinigung eingeleitet. Dieser diente zum Test der bestehenden Notfallwarnanlagen im ganzen Land, um Fehler frühzeitig zu erkennen und auszubessern.

Nun zog Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark, im Gespräch mit der AZ Bilanz zum Warntag in ihrer Gemeinde. „Es lief nicht so sauber durch“, gibt sie zu. Aber negativ scheint sie diesen Umstand nicht zu sehen. Im Gegenteil: „Es ist gut, dass nicht gleich alles so funktioniert. “.

Zum Warntag kam es zu einigen Komplikationen: Unter anderem war die von der Verwaltung verwendete Warn-App überlastet und stürzte ab oder zeigte die Nachricht erst verspätet an. Auch ein paar Sirenen schalteten sich nicht ein oder ließen ein falsches Signal ertönen. In der Einheitsgemeinde lag das Problem vor allem bei der Länge des Signals. Um 11 Uhr schaltete Schwarz das Radio an und erlebte etwas Überraschendes: Werbung für den Warntag. „Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber nicht das“, berichtet sie.

Nach diesen Schwierigkeiten sieht Schwarz Nachholbedarf und hat auch einiges, das sie verbessern würde. Sie wünscht sich im Falle des Radios, dass tatsächlich wichtige Informationen durchgesagt werden. Auch die Sirenen in Bismark seien verbesserungswürdig. Generell hätte Schwarz gern eine funktionierende Informationskette. Es solle klar stehen, wer wann Informationen erhält, und wie bei einem Absturz der App das Rathaus und die Feuerwehren weiter per E-Mail informiert würden.

Insgesamt schätzt Schwarz den ersten Warntag gut ein. Durch die Komplikationen würden die Zuständigen nun besser wissen, an was sie arbeiten sollten. „Wir haben ja jetzt ein Jahr Zeit, um uns das System anzusehen und neu zu handhaben“, sagt die Bürgermeisterin.

Einige Menschen würden über den Warntag nur den Kopf schütteln, aber Schwarz sieht das anders: „So ein Test ist heutzutage notwendig.“ Ihr sei wichtig, dass die Bevölkerung die Signale, gerade die der Sirenen, kennt und einordnen könne. Den Warntag hätte sie in Zusammenarbeit mit den Ortsfeuerwehren und den Schulen vorbereitet.

Laut Informationen des Landkreises gibt es 255 Sirenen im gesamten Gebiet. Davon wurden am Warntag 13 nicht richtig oder gar nicht ausgelöst, auch in der Einheitsgemeinde Bismark. Mit etwa 5 Prozent fehlerhaften Sirenen zeigt sich der Landkreis zufrieden mit dem Warntag. Eine technische Prüfung soll eingeleitet werden (AZ berichtete). VON LISA KRAUSE

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